Russische Sabotageakte: Ermittlungen gegen Autovandalismus mit politischem Twist
Die Ermittlungsbehörden stehen einem potenziell brisanten Fall von Sabotage gegenüber, der seinen Ursprung in Russland haben könnte. Laut Sicherheitskreisen sollen Saboteure, die über 270 Autos in verschiedenen deutschen Bundesländern beschädigt haben, finanzielle Anreize von einem russischen Auftraggeber erhalten haben. Diese Erkenntnisse wurden erstmals durch den "Spiegel" publik gemacht. Betroffen sind Fahrzeuge in Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg, die mutmaßlich durch ein systematisches Vorgehen beschädigt wurden.
Eine entscheidende Spur ergab sich im brandenburgischen Schönefeld, als die Polizei einen Transporter mit drei jungen Männern anhielt, die zahlreiche Kartuschen mit Bauschaum bei sich führten – denselben Schaum, der später in den Auspuffrohren von 43 Autos gefunden wurde. An den Tatorten hinterlegten die Täter gezielte Hinweise, um Klimaaktivisten der Grünen zu belasten.
Die Staatsanwaltschaft Ulm hat nun vier mutmaßliche Täter im Blick, darunter ein Deutscher, ein Serbe, ein Rumäne und ein Bosnier, alle zwischen 17 und 29 Jahren. In mehreren Hausdurchsuchungen in und um Ulm sicherte die Polizei Bauschaum und weitere Beweismittel. Der Verdacht gegen die Männer gründet sich nicht zuletzt auf ihre möglichen Kontaktaufnahmen per Chat. Trotz der Indizienlage und der laufenden Ermittlungen fehlt bislang ein direkter Beweis für eine Anstiftung durch russische Drahtzieher.
Konstantin von Notz, innenpolitischer Sprecher der Grünen, verurteilt die Sabotageserie mit klaren Worten. Er sieht sie als Teil einer bewussten Strategie, die darauf abzielt, Unsicherheit und gesellschaftlichen Zwist zu verbreiten. In der Tat haben westliche Geheimdienste bereits mehrfach bewiesen, dass Russland auf subtile Operationen setzt, um bestehende Konflikte in Europa zu intensivieren, wie etwa auch in Paris beobachtet wurde.

