Ruhiger Anleihenmarkt trotz politischer Turbulenzen in Frankreich
Die deutschen Staatsanleihen verzeichneten am Mittwoch leichte Kursgewinne, wobei der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,05 Prozent auf 129,23 Punkte anstieg. Parallel dazu fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,65 Prozent. Diese Entwicklung vollzog sich trotz der Unsicherheiten im Nachbarland Frankreich, wo ein rapide vollzogener Regierungswechsel die Märkte beschäftigte.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat nach dem Sturz der Mitte-Rechts-Regierung den Verteidigungsminister Sébastien Lecornu zum Premierminister ernannt. Diese Personalentscheidung deutet auf eine Beruhigung der politischen Unsicherheiten hin, wenngleich die Herausforderung, eine Mehrheit für den Haushalt zu finden, bestehen bleibt. Laut dem Commerzbank-Experten Hauke Siemßen könnte dieser Schritt die kurzfristige Unsicherheit verringern, jedoch bleibt der zugrunde liegende politische Stillstand ungelöst.
Während sich die Renditen französischer Staatsanleihen kaum bewegten, tendierten die Renditen in den meisten anderen Ländern der Eurozone leicht nach unten. Der Vormittag brachte in der Eurozone nur spärliche Konjunkturdaten hervor, wobei die italienische Industrieproduktion im Juli stärker als erwartet zulegte. Aus den USA werden am Nachmittag Daten zu den Erzeugerpreisen erwartet, die weitere Marktimpulse liefern könnten.

