Rentenstreit in der Koalition: Debatte um Anhebung des Rentenalters entfacht
Die jüngst geäußerten Renten-Vorschläge von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sind auf scharfe Kritik seitens der SPD gestoßen. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf betont, dass Reiches Forderungen nach einer Anhebung des Rentenalters im Koalitionsvertrag nicht vorgesehen sind und ihr Ressort dafür auch nicht zuständig ist.
Reiche verteidigt ihre Forderungen mit dem Hinweis auf die steigende Lebenserwartung und hegt den Wunsch, dass Menschen länger arbeiten sollten. Diese Äußerungen decken sich mit der Meinung ihres Beraterkreises, der von einer weiteren Erhöhung des Rentenalters spricht, um die Rentenversicherung vor einer Belastung des Bundeshaushalts zu schützen. Die Experten schlagen zudem vor, Anreize zur Frühverrentung zu reduzieren.
Die SPD hingegen bleibt auf ihrem Kurs und lehnt eine Anhebung des Rentenalters vehement ab. Klüssendorf betont die Bedeutung eines konstruktiven Miteinanders in der Regierungskoalition, das durch öffentliche Forderungen nach einer Rentenpolitik à la 70 nicht gefährdet werden sollte. Er verweist auf alternative Vorschläge der SPD, die auf einer Stärkung der Aktivrente und besseren Kinderbetreuungsmodellen beruhen.
Kritik an Reiche wird auch von SPD-Landeschef Achim Post laut, der angesichts der Aufgabenfülle des Ministeriums überrascht ist über Reiches Engagement in der Sozialstaatsdebatte. Ihre Vorschläge, so Post, entsprächen nicht den Lebensrealitäten vieler berufstätiger Bürger.

