Regierungskrise in Frankreich lässt Bundesanleihen profitieren
Am Mittwoch konnten deutsche Staatsanleihen im Wert zulegen, wobei der Euro-Bund-Future um 0,15 Prozent auf 129,68 Punkte anstieg. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 2,70 Prozent. Eine schleppende Entwicklung des Frankfurter Aktienmarktes trägt zur aktuellen Marktlage bei, während jüngste deutsche Konjunkturdaten nur wenig Einfluss ausüben. Die Verbraucherstimmung, die laut dem Marktforschungsinstitut GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) bereits zum dritten Mal in Folge gesunken ist, blieb weitestgehend unbeachtet.
Der Fokus der Investoren richtet sich auf die politische Instabilität in Frankreich. Premier François Bayrou hat eine Vertrauensabstimmung angekündigt, die den Fortbestand der Regierung bedroht. Die Opposition plant, Bayrous Mitte-Rechts-Regierung bei dem Votum am 8. September das Vertrauen zu entziehen, was eine Auflösung der Nationalversammlung und mögliche Neuwahlen nach sich ziehen könnte.
Präsident Emmanuel Macron hatte bereits im Juni des vergangenen Jahres die Nationalversammlung aufgelöst, um seine Position durch Neuwahlen zu stärken. Die politische Unsicherheit in Frankreich schlägt sich seit Monaten auf den dortigen Anleihenmarkt nieder. Der Spread zwischen zehnjährigen französischen und deutschen Anleihen ist derzeit so hoch wie zuletzt im April. Französische Staatsanleihen rentieren aktuell mit 3,49 Prozent, was über dem Niveau vergleichbarer griechischer Papiere liegt. Griechenland hatte während der Eurokrise nahezu den Staatsbankrott erlitten.

