Reform zur Entschädigung bei Flugverspätungen: Ein Freifahrtschein für Airlines?
Eine neue Reform der EU-Kommission sorgt aktuell für hitzige Diskussionen und trifft vor allem auf Kritik seitens der Passagiere. Die geplanten Änderungen bei der Entschädigung von Flugverspätungen scheinen den Fluganbietern mehr Vorteile zu verschaffen als den Reisenden.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Großteil der Verspätungen liegt unter der kritischen Schwelle von fünf Stunden. Dies bedeutet, dass laut der neuen Richtlinien rund 80 Prozent der betroffenen Reisenden leer ausgehen könnten.
Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass solch lange Verspätungen keineswegs mit einer simplen Entschuldigung gelöst werden können. Geschäftsreisende verpassen entscheidende Meetings und Urlauber verlieren kostbare Ferientage.
Zudem schaffen die geplanten Änderungen keinen Anreiz für Fluglinien, ihre Pünktlichkeitsziele zu erfüllen. Warum sollten sie auch, wenn sie für Verspätungen ohnehin nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden?
Im schlimmsten Fall könnte dies sogar dazu führen, dass Airlines bewusst lange Verzögerungen in Kauf nehmen, anstatt ihre Kunden auf andere Flüge umzubuchen. Die Befürchtung, dass die Reform den Druck auf die Fluglinien mindern und letztlich zulasten der Passagiere gehen könnte, steht damit im Raum.

