Re-Made: Das neue „Made in Germany“
Geschäftsmodelle für zirkuläre Wertschöpfung: x-fach mit einem Produkt Gewinn erwirtschaften und neue Zielgruppen erschließen.
Hamburg, 29.09.2026 (PresseBox) - Steigende Preise, Rohstoffabhängigkeiten, Ressourcenengpässe und die Natur, die das Tempo vorgibt: Vier Kräfte verändern die Spielregeln der Wirtschaft. Sie treffen Unternehmen quer durch alle Branchen und Größen. Denn die klassische lineare Logik – produzieren, verkaufen, nutzen, entsorgen – lässt einen erheblichen Teil des Produktwerts ungenutzt. Wer linear produziert, verliert strukturbedingt rund ein Drittel des Wertes. Der steckt in Produkten, die nach einem Leben entsorgt statt weitergenutzt werden. Effizienz allein holt es nicht zurück. Dafür braucht es zukunftsfähige Geschäftsmodelle, die Produkte länger im Kreislauf halten und aus bisher verlorenem Wert neue Wertschöpfung machen.
Im Gespräch mit der Expertin für zirkuläre Geschäftsmodelle, Nadin-Shirin Zimmermann. Mit Nexarus berät und begleitet sie Unternehmen dabei, Circular Economy anschlussfähig an unternehmerische Realitäten und messbar wirksam zu machen.
Frau Zimmermann, der BDI beziffert 880 Mrd. Euro Wertschöpfungs-potenzial für die deutsche Industrie*. Ist Kreislaufwirtschaft der Wachstumshebel, den Deutschland jetzt braucht?
Absolut. Circular Economy ist der unternehmerische Vorteil, der unseren ressourcenarmen Standort absichert. Unsere Wertschöpfung liegt in höchster Ingenieurskunst, das hat „Made in Germany“ groß gemacht. Jetzt kann „Re-Made in Germany“ das nächste Erfolgsmodell werden: Aus genau dem, was ein Unternehmen heute anbietet, wird eine zweite Ertragsquelle.
Vorreiter realisieren mit Second-Life-Modellen Wachstumsraten von 40 bis 70 % – bei höheren Margen als im bisherigen Kerngeschäft. Das sehen wir in B2C wie in B2B: Im Maschinenbau liegen die Margen im Remanufacturing bei über 30 %. Die größte Hürde ist dabei selten das Können. Es ist die Unklarheit vor der Investition: neue Technologien, neue Netzwerke, neue Materialien. Und die berechtigte Frage: Rechnet sich das für das eigene Produkt, bevor groß investiert wird?
Und da setzt Nexarus an?
Ja, indem wir erst validieren und pilotieren, dann gemeinsam realisieren. Im Zentrum steht das richtige Geschäftsmodell, das sich am Markt trägt. Deswegen prüfen wir am Produkt, ob ein zirkuläres Modell wirtschaftlich funktioniert, in kleinem, messbarem Rahmen. Erst wenn der Pilot sich bewährt, geht es in die Breite. Den Wandel begleiten wir mit den Mitarbeitenden, bis das Unternehmen ihn eigenständig trägt. So wird aus einer komplexen Entscheidung ein kalkulierbarer Schritt und ein Geschäftsmodell, das sich rechnet.
*„Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz: Chancen der Circular Economy für die deutsche Industrie“ des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Boston Consulting Group (BCG) von Mai 2026.

