Putin-Trump-Gespräche: Kanzler Merz vermutet Verbindung zu russischen Angriffen
Bundeskanzler Friedrich Merz äußert Skepsis gegenüber den jüngsten Ereignissen, die auf das Telefonat zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump folgten. Laut Regierungssprecher Stefan Kornelius beobachtet die Bundesregierung ein Muster, das auf eine Eskalation des Konflikts nach solchen Gesprächen hindeutet. Die jüngsten nächtlichen Angriffe auf die Ukraine, die mehr als 500 Einsätze umfassten, scheinen diese Besorgnis zu bestätigen.
Kornelius äußerte die Hoffnung, dass die USA aufgrund dieser Vorkommnisse in ihrer Russlandpolitik, insbesondere in Bezug auf Sanktionen, eine Neubewertung vornehmen könnten. Trotz wiederholter Forderungen der EU zögert Trump weiterhin, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Das Hauptziel der Angriffe, die sich offenbar direkt nach dem Gespräch ereigneten, war die ukrainische Hauptstadt Kiew mit 23 Verletzten, so Bürgermeister Vitali Klitschko.
Interessanterweise hatte Merz bei Amtsantritt im Mai noch erwogen, selbst mit Putin zu telefonieren. Diesen Gedanken hat er mittlerweile verworfen, wie er kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ klarstellte. Vergangene Angriffe nach Besuchen oder Gesprächen mit Putin, darunter der Ungarns Ministerpräsident in Moskau und Merz' Vorgänger Olaf Scholz, unterstreichen für ihn die Gefahr solcher Kontakte. Bombardements auf Krankenhäuser nach solchen Gesprächen verstärken seinen Entschluss, von direkten Telefongesprächen mit Putin abzusehen.

