Politische Festnahmen im Iran: Prominente Reformistinnen und Reformisten in Haft
Im Iran setzt sich die Verhaftungswelle gegen führende Köpfe des Reformlagers fort. In einem Klima zunehmender Spannung berichten iranische Medien von der Inhaftierung prominenter politischer Figuren, darunter Asar Mansuri, die Vorsitzende einer reformorientierten Partei. Mit ihr reihen sich mehrere weitere Politiker in die Liste der Festgenommenen ein, was von der Justiz-nahen Nachrichtenagentur Misan bestätigt wurde. Die Vorwürfe lauten auf 'Aufstachelung' und die Verbreitung 'unwahrer Positionen', während konkrete Namen weiterer Betroffener unter Verschluss bleiben. Unter den Inhaftierten ist Ebrahim Asgharsadeh, ein bekannter Kritiker des ultrakonservativen Regimes und früheres Mitglied des iranischen Parlaments sowie des Stadtrats von Teheran. Auch Mohsen Aminsadeh, ein erfahrener Diplomat und ehemaliger Vize-Außenminister unter Präsident Mohammad Chatami, wurde in Gewahrsam genommen.
Der politische Druck auf Aktivisten und Reformbefürworter wächst seit den Massenprotesten, welche die ökonomischen Miseren des Landes im Dezember und die autoritäre Staatsführung zum Ziel hatten. Die verschiedenen Versionen der Ereignisse in der Öffentlichkeit könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Menschenrechtsorganisationen über die gewaltsame Niederschlagung der Proteste Anfang Januar berichten, verteidigt der Staat seine Maßnahmen mit der Beschuldigung, von USA und Israel angeheuerte Söldner seien für terroristische Anschläge verantwortlich. Journalisten und Politiker, welche sich öffentlich gegen die offizielle Linie aussprachen, sehen sich nun ebenfalls der Gefahr juristischer Konsequenzen gegenüber.

