Ölpreise im leichten Sinkflug: Globale Handelsgespräche und Opec-Treffen im Fokus
Nach einem kurzen Aufschwung am Vortag sind die Ölpreise am Donnerstag erneut leicht zurückgegangen. Am Markt wurde ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September mit 68,84 US-Dollar gehandelt und lag damit 29 Cent niedriger als zuvor. Auch der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im August reduzierte sich um 31 Cent auf 67,15 US-Dollar.
Der aktuelle US-Arbeitsmarktbericht, veröffentlicht am Nachmittag, hatte dabei wenig Auswirkungen auf die Ölpreise. Trotz einer positiven Entwicklung bei der Beschäftigung und Arbeitslosenquote in den USA, dem größten Ölverbrauchsland der Welt, blieb die Bewegung der Ölpreise moderat.
Spannung verspricht hingegen die internationale Handelspolitik, insbesondere die Gespräche zwischen den USA und anderen Handelsnationen. Angesichts einer drohenden Frist zum 9. Juli, nach der US-Präsident Donald Trump neue Zölle einführen möchte, falls keine Einigung erzielt wird, stehen die Verhandlungen unter erheblichem Druck. Besonders im Mittelpunkt sind die Unterredungen zwischen der EU und den USA. Die EU ist bereit, mit Gegenmaßnahmen zu reagieren, sollte keine Einigung zustande kommen, was die Besorgnis über einen möglichen Handelskonflikt steigert. Solch ein Konflikt könnte die globale Wirtschaft und folglich auch die Nachfrage nach Öl erheblich belasten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die hochgesteckten Erwartungen in Bezug auf diese Gespräche allerdings bereits gedämpft.
Weiterhin von Bedeutung ist ein anstehendes Treffen der wichtigsten Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihrer Partner am kommenden Sonntag. Ein Beschluss zur signifikanten Erhöhung der Ölproduktion um 411.000 Barrel pro Tag wird allgemein erwartet und könnte die Preisentwicklung entscheidend beeinflussen.

