Nordsee-Gipfel: Weckruf für die Energiewende und den Offshore-Ausbau
Vor dem mit Spannung erwarteten Nordsee-Gipfel fordern die Umweltminister von Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein eindeutiges Engagement für ehrgeizige Ausbauziele der Windkraft in der Nordsee. Dringend notwendig sei zudem die Reform der Ausschreibungsregeln für Offshore-Windkraftanlagen in Deutschland, um die Attraktivität dieser Flächen für Investoren zu erhöhen, heißt es aus dem Umweltministerium in Kiel.
Tobias Goldschmidt, Umweltminister von Schleswig-Holstein, kritisierte das Bundeswirtschaftsministerium scharf für die Vernachlässigung des Ausschreibungsdesigns und warnte vor einem teuren Rückschlag im Ausbau der Offshore-Windenergie. Er sieht in dem Gipfel in Hamburg eine Chance für einen "Weckruf" hin zu einer proaktiveren Energiewendepolitik.
Christian Meyer, Umweltminister von Niedersachsen, unterstrich die Bedeutung der Nordsee als Energiemotor für kostengünstigen, heimischen und umweltfreundlichen Strom und betonte die Notwendigkeit, Abhängigkeiten von fossilen Energieimporten zu reduzieren. Eine Missachtung der Ausschreibungen oder der Rückzieher bei Ausbauzielen könnten Europas Bestrebungen in Energieunabhängigkeit und Klimaschutz ernsthaft untergraben, warnt er.
Nach Angaben des Umweltministeriums in Kiel gab es im August keine Bieter für Offshore-Windflächen in der Nordsee, was die Dringlichkeit für Reformen unterstreicht. Viele Projekte müssten gebündelt Anfang der 2030er Jahre gestartet werden, um die Ziele zu erreichen. Der dritte Nordsee-Gipfel, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz die Anrainerstaaten nach Hamburg eingeladen hat, soll den Fokus auf grenzüberschreitende Kooperation im Bereich Offshore-Windenergie, den Wasserstoffmarkt sowie den Ausbau einer effizienten Offshore-Infrastruktur richten.

