Neues Rodel-Traumpaar Taubitz und Langenhan

Wintersport
Deutschland hat ein neues Rodel-Traumpaar: Julia Taubitz und Max Langenhan haben ihre tolle Saison gekrönt. Auch ein Altmeister trumpft in Lettland auf.
Foto: Roman Koksarov/AP/dpa
Ist vor den letzten beiden Rennen nicht mehr von der Spitze der Gesamtwertung zu verdrängen: Rennrodler Max Langenhan.

Sigulda (dpa) - Innig küsste Julia Taubitz die Kristallkugel, Max Langenhan nahm die Trophäe des Weltcup-Dominators mit schmerzverzerrtem Gesicht in Empfang. «Toll, dass ich den Gesamtweltcup gewonnen habe, aber die Freude ist aufgrund der Schmerzen noch ein wenig verhalten», kommentieret der dreimalige Weltmeister in Sigulda. Julia Taubitz, mittlerweile fünfmalige Weltmeisterin, sagte: «Das war meine beste Saison.»

Am vorletzten Rodel-Wochenende sicherten sich die Sächsin und der Thüringer die prestigeträchtige Wertung. Julia Taubitz stand in jedem der elf Weltcup-Rennen auf dem Podest, zum sechsten Mal schaffte sie es am Sonntag im Sprintrennen ganz nach oben. Dieses Kunststück gelang Max Langenhan nicht - bei insgesamt sechs Erfolgen kam er im Sprint gehandicapt als Vierter erstmals nicht unter die ersten Drei. Er sicherte sich aber, genau wie Julia Taubitz, auch die Weltcup-Sprintwertung.

Langenhan kann trotz Rückenverletzung starten

Bereits zuvor hatten die 27-Jährige und der 25-Jährige die Gesamtwertung mit jeweils dritten Plätzen im traditionellen Einsitzer gewonnen. Die Siege in der Eisrinne von Sigulda holten sich zwei andere Deutsche: Ex-Weltmeisterin Anna Berreiter schaffte am Samstag ihren ersten Saisonsieg, am Sonntag feierte der dreimalige Olympiasieger Felix Loch gleich zwei Erfolge. Nach seinem Einsitzer-Erfolg, seinem ersten Sieg seit Dezember 2022, setzte sich der 34-Jährige auch im Sprint durch. «Jetzt endlich mal wieder ganz oben zu stehen, ist schön und freut mich», sagte er. 52 Weltcuprennen hat Loch nun gewonnen.

Sein Teamkollege Langenhan hatte sich im ersten der beiden Einsitzer-Läufe am Rücken verletzt - sein Start hing am seidenen Faden. «Ich kann mich kaum bewegen», klagte er. Auch weil sein schärfster Konkurrent Jonas Müller aus Österreich stürzte, setzte sich Langenhan auf seinen Schlitten und brachte seine Rodel-Mission erfolgreich zu Ende.

Starke Bilanz der deutschen Rennrodlerinnen

Dass sie den Gesamtweltcup gewonnen hat, hatte Julia Taubitz zunächst gar nicht mitbekommen. «Ich rechne ja nie mit», sagte sie. Im Frauen-Einsitzer setzte sie eine eindrucksvolle Erfolgsserie fort. Seit 1999 haben ausschließlich deutsche Rennrodlerinnen den Gesamtweltcup gewonnen.

Im Damen-Doppelsitzer führen die Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer (865) nach ihrem Sprint-Sieg am Samstag vor Dajana Eitberger/Saskia Schirmer (801) und Jessica Degenhart/Cheyenne Rosenthal (795). Nach ihrem Sigulda-Erfolg am Samstag kam das Duo am Sonntag nach einem Sturz nicht ins Ziel. 

Im Männer-Doppelsitzer liegen die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt nach zwei zweiten Plätzen vor dem letzten Saison-Rennen am nächsten Wochenende in Sigulda bereits 96 Punkte hinter den Österreichern Thomas Steu/Wolfgang Kindl und haben praktisch keine Chance mehr auf ihren sechsten Gesamtweltcup.

Rodeln / Weltcup / Max Langenhan / Felix Loch / Kristers Aparjods / Julia Taubitz / Lettland
25.02.2024 · 16:16 Uhr
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