Neue Spannungen im Donbass: Russland plant Offensive und Angriffe Intensivieren sich
Laut Berichten aus der Ukraine bereitet Russland eine verstärkte militärische Offensive im Industrierevier Donbass vor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj informierte darüber, dass Russland möglicherweise einen neuen Angriff in der Gegend um Pokrowsk plant, wo bis zu 100.000 russische Soldaten stationiert sein könnten. Die Ukraine sei jedoch vorbereitet und habe die Situation unter Kontrolle. Gleichzeitig intensiviert Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte mithilfe von Kampfdrohnen und Marschflugkörpern. Vor allem Saporischschja und Dnipro erlitten schwere Explosionen, während auch aus Kiew Angriffe mit Kamikaze-Drohnen gemeldet wurden. Bei den nächtlichen Angriffen wurde in Saporischschja mindestens ein Mensch getötet und es gab zahlreiche Verletzte.
Pokrowsk, eine inzwischen stark reduzierte Bergarbeiterstadt in der Region Donezk, steht ebenfalls im Mittelpunkt des russischen Vorstoßes, da es Russlands bisher nicht gelungen ist, diesen strategischen Verkehrsknotenpunkt einzunehmen. Die Ukraine konnte zuletzt einen russischen Vorstoß stoppen und isolierte Teile des Angreifers durch Gegenangriffe. Die Region Donezk behält für die russischen Militärstrategen Priorität, wie Diskussionen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und anderen weltpolitischen Akteuren andeuten. In den vergangenen Monaten konnte Russland in den südlichen Teilen der Region Donezk weitere Geländegewinne verzeichnen und die russischen Truppen drangen teilweise sogar in die benachbarte Region Dnipropetrowsk vor. Trotz der offensiven Bemühungen und der Erfolge Moskaus, wie von Verteidigungsminister Andrej Beloussow angemerkt, bleibt die Lage festgefahren. Mit einer bereits dreieinhalb Jahre dauernden russischen Invasion kontrolliert Moskau inklusive der Krim rund ein Fünftel der Ukraine. Die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien kommen nur schleppend voran, und Kiew beschuldigt Moskau, eine strategische Entscheidung zu erzwingen.
In einem parallelen diplomatischen Schritt haben die USA einer Rüstungsvereinbarung mit Dänemark zugestimmt. Mehrere Patriot-Flugabwehrsysteme, die an Dänemark verkauft werden, sollen die ukrainischen Verteidigungskapazitäten stärken. Diese Systemkäufe sind Teil der Bemühungen der NATO-Partner, die Verteidigungsausstattung der Ukraine zu modernisieren. Am kommenden Samstag beraten die EU-Außenminister in Kopenhagen über mögliche zusätzliche Sanktionen gegen Russland, um den Druck auf den Kreml weiter zu verstärken.

