Radsport

Nach Vuelta-Eklat: Kritik an propalästinensischen Protesten

03. September 2025, 23:48 Uhr · Quelle: dpa
Bei der Vuelta a Spanien führten Proteste zu Störungen und Sicherheitsproblemen für die Radfahrer. Die Organisatoren und UCI betonen die Notwendigkeit von Neutralität und Frieden im Sport.

Bilbao (dpa) - Die Organisatoren der Spanien-Rundfahrt sowie der Radsport-Weltverband UCI haben die propalästinensischen Proteste während der elften Etappe verurteilt. «La Vuelta respektiert und verteidigt das Recht auf friedliche Demonstration im Rahmen der Veranstaltung, kann jedoch keine Handlungen tolerieren, die die körperliche Sicherheit der Teilnehmer oder eines beliebigen Mitglieds der Rennkarawane gefährden», hieß es in einer Stellungnahme des Veranstalters auf der Plattform X.

Bei der 80. Ausgabe der Vuelta hatten die Proteste für einen Eklat gesorgt und die Radprofis um ein Etappen-Finale in Bilbao gebracht. Zahlreiche Demonstranten mit palästinensischen Fahnen im Zielbereich veranlassten die Rennjury dazu, das elfte Teilstück ohne Sieger drei Kilometer vor dem Ziel auslaufen zu lassen. Die Sicherheit der Fahrer habe «absolute Priorität», teilten die Veranstalter mit.

Auch Weltverband mit Kritik an Protesten

Auch die UCI kritisierte die Proteste. «Die UCI bekräftigt die grundlegende Bedeutung der politischen Neutralität von Sportorganisationen innerhalb der olympischen Bewegung sowie die einigende und friedensstiftende Rolle des Sports», gab der Verband in einer Stellungnahme bekannt.

«Die UCI möchte auch erneut betonen, dass der Sport und insbesondere der Radsport eine Rolle dabei spielen, Menschen zusammenzubringen und Barrieren zwischen ihnen zu überwinden, und unter keinen Umständen als Mittel zur Bestrafung eingesetzt werden sollte», teilte die UCI mit. Man bekunde Solidarität und Unterstützung für die Teams sowie ihre Mitarbeiter und die Fahrer.

Nach Erreichen der Drei-Kilometer-Marke rollten die Radprofis auf der elften Etappe mit langsamer Geschwindigkeit Richtung Ziel in Bilbao. Schon bei der ersten Durchfahrt war es zu einer brisanten Situation gekommen. Nur mit viel Mühe konnten die Sicherheitskräfte verhindern, dass die Demonstranten auf die Strecke gelangten. Und auch in der neutralen Zone war das Fahrerfeld von Demonstranten kurzzeitig gestoppt worden, ehe die Polizei die Straße wieder freiräumen konnte.

Israel-Premier Tech setzt Vuelta fort

Schon auf vorherigen Etappen hatte es bei der Spanien-Rundfahrt mehrere Vorkommnisse gegeben. Vor allem der Rennstall Israel-Premier Tech ist ins Visier von Protestaktionen geraten. Auf der fünften Etappe hatten Demonstranten das Team im Mannschaftszeitfahren gestoppt.

Das Team erklärte nach dem Eklat auf der elften Etappe, die Spanien-Rundfahrt dennoch fortsetzen zu wollen. Jede andere Vorgehensweise sei ein gefährliches Signal sowohl an das eigene Team als auch an alle anderen Mannschaften, teilte der Rennstall mit. «Das Verhalten der Protestierenden in Bilbao heute war nicht nur gefährlich, sondern auch kontraproduktiv für ihre Sache.»

Medien: Drei Festnahmen, vier verletzte Polizisten

Spanischen Medienberichten zufolge bestätigte die baskische Polizei, dass es im Rahmen der Proteste auf der elften Etappe zu drei Festnahmen gekommen sei. Vier Polizisten seien bei den Vorfällen verletzt worden.

Man werde auch auf den weiteren Etappen der Spanien-Rundfahrt in enger Abstimmung mit den Behörden zusammenarbeiten, teilten die Vuelta-Veranstalter mit.

Radsport / Vuelta / Spanien / International
03.09.2025 · 23:48 Uhr
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