Monopolklage gegen Live Nation: Konzertkonzern im Visier der US-Justiz

In einem aufkommenden Rechtsstreit zeichnet sich eine Front gegen den Konzertgiganten Live Nation Entertainment ab. Dem Unternehmen, das unter seinem Dach auch die umstrittene Ticketplattform Ticketmaster führt, wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung in der Live-Entertainment-Branche unrechtmäßig ausgebaut und aufrechterhalten zu haben. Ein Konsortium aus dem US-Justizministerium und mehreren Bundesstaaten steht kurz davor, eine entsprechende Kartellrechtsklage einzureichen. Informanten, die anonym bleiben möchten, beleuchten die Hintergründe eines Konflikts, der die Entertainment-Branche aufhorchen lässt.

Die Klagebehörden beschuldigen Live Nation, seine Monopolstellung durch exklusive Ticketverträge mit Konzertstätten zementiert zu haben. Ferner wird dem Unternehmen eine dominante Position bei Konzerttourneen und weiteren Geschäftsfeldern wie dem Betrieb von Veranstaltungsorten zur Last gelegt. Diese Vorwürfe mündeten in der Annahme, dass solche Praktiken die Ticketpreise und Gebühren für die Verbraucher in die Höhe getrieben und Innovationen im Kartenverkauf behindert haben.

Ein Informant beleuchtet, dass insbesondere von Live Nation geförderte Tourneen häufig in Arenen stattfanden, die exklusiv mit Ticketmaster zusammenarbeiteten, und dass Künstler aus dem Portfolio von Live Nation tendenziell in von dem Unternehmen betriebenen Veranstaltungsorten auftraten. Die beherrschende Stellung von Live Nation im Konzertwesen erstreckt sich über weite Teile der Industrie, von der Konzertpromotion über das Ticketing bis hin zum Management von Künstlern und der Verwaltung hunderter Veranstaltungsorte und Festivals weltweit.

Allein die Ticketmaster-Sparte verkauft jährlich rund 600 Millionen Tickets für Events auf der ganzen Welt und behauptet einen Marktanteil bei der Ticketvergabe für zwischen 70 und 80 Prozent der bedeutenden Konzertstätten in den USA. Diese marktdominante Stellung hat dem Konzern nicht nur in der Politik Kritik eingebracht. So war Live Nation bereits im vergangenen Jahr Gegenstand einer Kongressanhörung, nachdem Probleme beim Vorverkauf von Tickets für eine Taylor Swift-Tour zu Millionen enttäuschter Fans geführt hatten. Die politische Führungsspitze beider Parteien stellte die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens infrage.

Die nun anstehende Klage zeichnet das Bild eines Marktriesen, der möglicherweise die Grenzen des fairen Wettbewerbs überschritten hat und sich nun einer juristischen Auseinandersetzung stellen muss, die weitreichende Folgen für Künstler, Fans und die gesamte Live-Entertainment-Branche haben könnte. (eulerpool-AFX)

Finanzen / Business
[Eulerpool News] · 23.05.2024 · 04:01 Uhr
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