Mit regionalen Superfoods aus Deutschland gesund durch den Winter

Jedes Jahr geht, wenn die Tage kürzer werden und die ersten Adventskalender in Position gebracht werden, die gefürchtete Grippewelle um. Wer am einen Tag noch fröhlich die ersten Weihnachtslieder vor sich hin gesummt hat, liegt am nächsten Tag schon mit Schnupfen und Fieber im Bett.
Um das Immunsystem auch in der dunklen Jahreszeit zu stärken, sind sogenannte „Superfoods“ (Supernahrungsmittel) eine gute Möglichkeit, den Körper mit Nährstoffen aufzutanken. Damit hat der Körper in einer Zeit, in der die gesunde Ernährung eher vernachlässigt wird, ein paar mehr Trümpfe gegen Grippe-Viren in der Hand. Um einige dieser Superfoods soll es nun gehen.
Was sind eigentlich Superfoods?
Ein „Superfood“ ist ein Nahrungsmittel, das besonders viele Nährstoffe enthalten und der Gesundheit besonders zuträglich sein soll. Streng genommen ist es eine reine Marketing-Erfindung, um hierzulande unbekannte Nahrungsmittel aus aller Herren Länder zu verkaufen – zu einem überteuerten Preis.
Dass es zu vielen bekannteren Superfoods, wie Chia-Samen, Moringa, Goji-Beeren und Acerola-Kirsche, auch deutsche Pendants gibt, wird gerne vergessen. Diese deutschen Pendants – nennen wir sie regionale Superfoods – sind seit jeher in Deutschland bekannt und beliebt. Doch leider werden sie meist überschätzt.
Denn auch einige Superfoods aus Deutschland sind überaus gesund für den Körper, kosten jedoch nur einen Bruchteil im Vergleich zum Importgut. Die, ganz nebenbei bemerkt, einen sehr ungünstigen ökologischen Fußabdruck haben, wenn sie aus Peru, Neuseeland & Co. kommen. Einige regionale Superfoods sollen nun vorgestellt werden. Mit ihnen kann jeder auch in Herbst und Winter sein Immunsystem nachhaltig stärken und sich so besser vor lästigen Infekten schützen:
Sauerkraut – Oma’s Geheimnis für eine gute Verdauung
Sauerkraut ist fermentierter Weißkohl. Durch eine milchsaure Fermentation wird der Weißkohl haltbar gemacht. Die Bakterien produzieren eine Menge Vitamin C, die Sauerkraut zu einer guten Vitamin C-Quelle macht. Außerdem wirkt es anregend auf die Verdauung, denn die Milchsäure bringt Bewegung in den Darm, während sich die Milchsäurebakterien dort einnisten und die Darmflora aufwerten können.
Hagebutten – Ein Männlein steht im Walde …
… ganz still und stumm. Gemeint ist die Hagebutte, eines der Vitamin C-reichsten Nahrungsmittel überhaupt. Dieses Vitamin ist wichtig, wenn sich das Immunsystem gegen Erreger zur Wehr setzen möchte. Außerdem enthält die Hagebutte wertvolle Polyphenole, die die Gelenke vor Arthritis und Gelenkschmerzen schützen soll. Wissenschaftliche Studien geben Grund zum Anlass, dass Hagebutten (getrocknet, vermahlen und in’s Müsli gegeben) häufiger empfohlen werden sollten.
Leinsamen – Die Ballaststoff-Bombe schlechthin
Chia-Samen haben die meisten schon einmal gehört. Leinsamen sind ein Pendant dazu, das es seit Urzeiten in Mitteleuropa gibt. Die kleinen Körnchen bestehen genau wie Chia zu fast einem Drittel aus Ballaststoffen und zu einem Drittel aus pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren. Damit wird der Darm nicht nur gepflegt, sondern ordentlich durchgespült. Perfekt, um Platz für einen heißen Tee zu schaffen!
Brokkoli – Die grüne Kraft
Brokkoli ist eine Kohlsorte, gegen die nur wenige Menschen etwas auszusetzen haben. Mit etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl schmeckt eine blanchierte Brokkoli-Knolle ausgesprochen gut. Sie enthält nicht nur reichlich Vitamin C, sondern auch Magnesium und schwefelhaltige Stoffe (z. B. Sulphoraphan), welche gegen Entzündungen aktiv sind.
Sprossen und Keime
Wenn Hülsenfrüchte oder Sprossen länger in Feuchtigkeit sind, beginnen sie zu keimen. Aus ungenießbaren und teils sogar giftigen (z. B. Kidneybohnen) Sprossen und Samen werden innerhalb von 48 Stunden sehr gesunde und leckere Nährstoffbomben.
Denn ein Keimling muss alles bilden, was die kleine Pflanze alles benötigt – wie B-Vitamine – und Stoffe abbauen, die das Wachstum behindern können. Letztere sind auch Stoffe, die die Samen für uns Menschen unverdaulich machen. Werden sie abgebaut, können wir die Keimlinge auch roh essen. Im Salat etwa machen sich Sprossen und Keimlinge aus Mungbohnen, Brunnenkresse, Linsen und Brokkolisamen ausgezeichnet und sorgen für eine leichte Schärfe.
Rote Beete – Für eine gute Durchblutung
Rote Beete enthält durch seine rote Farbe nicht nur reichlich Antioxidantien, sondern auch viele Nitrate. Diese werden im menschlichen Körper zu Stickoxid – NO – abgebaut. Stickoxid ist ein Hormon, welches die Blutgefäße weitet und so nicht nur den Blutdruck senkt, sondern auch die Durchblutung steigert. In der kalten Jahreszeit ist dies ein Vorteil, weil uns weniger kalt wird, und dennoch der Energieverbrauch leicht steigt. Studien zufolge profitieren auch Patienten mit Bluthochdruck, da der Blutdruck um etwa 10-15 % sinkt.
Knoblauch – Dracula‘s Albtraum wird zur Allzweckwaffe!
Bei echten Supernahrungsmitteln aus der Region darf auch der Knoblauch (oder, wie Liebhaber sagen: Knobi) nicht fehlen. Von den einen verpönt, von anderen geliebt, gehört er in jede gesunde Küche. Denn Knoblauch enthält ähnlich wie Brokkoli viele Schwefelstoffe, welche das Immunsystem und den Darm stärken und gleichzeitig antibakteriell und antiviral wirken. Isst man Knoblauch zusammen mit anderen antiviralen Lebensmitteln, wie Brokkoli und Ingwer, ergeben sich gute Synergien.
Wer nicht so recht weiß, was er mit Knoblauch machen soll, der kann zu jedem heißen Topf- oder Pfannengericht 2 zerhackte Knoblauchzehen zugeben – so ist die kleine Knolle eine gesunde und aromatische Ergänzung.
Gesund durch die kalte Jahreszeit
Mit gesunden und immunstärkenden Lebensmitteln kann jeder auch in der kalten und dunklen Jahreszeit etwas für die Gesundheit tun. So wird nicht nur der Stoffwechsel unterstützt, sondern auch effektiv vor wiederkehrenden Infekten vorgebeugt. Wichtig ist, diese „Superfoods“ als Teil einer gesunden Ernährung in den Alltag zu integrieren, um jeden Tag ein wenig zu profitieren. Dann ist auch mal das ein oder andere Plätzchen drin.

