Miningscout.de - Kupfer: Trendwende in Chile – Produktion steigt, Investments auch, aber Exploration hinkt nach

07. Januar 2025, 10:34 Uhr · Quelle: Pressebox
Große Bergbauunternehmen in Chile investieren in Kupferminen, was die Produktion auf Vor-Corona-Niveau anhebt. Allerdings hinkt die Explorationsaktivität hinterher, was die zukünftige Kupferversorgung gefährden könnte, während die globale Nachfrage stark ansteigt.

Buchkirchen, 07.01.2025 (PresseBox) - Große Bergbauunternehmen investieren in ihre Kupferminen in Chile und bringen die Produktion wieder auf Vor-Corona-Niveau. Auch im Hinblick auf die Explorationsaktivität könnten die jüngsten Entwicklungen auf das Frühstadium einer Trendwende hindeuten.

Red Metal Resources CEO Caitlin Jeffs zeigt in Richtung der historischen Mauern: „Hier wurde von den 1820ern bis 1891 Kupferbergbau betrieben“. Rund 3 Mt Kupfer mit Gehalten von 5-15 % seien im Laufe der Jahrzehnte zutage gefördert worden. „Da drin geht es bis zu 500 Meter tief runter“, fügt Jeffs hinzu. Die historische Kupfermine Carrizal Alto grenzt östlich an das ebenfalls Carizal getaufte Projekt des Explorers an.

Bei Carizal im Küstengebirge „Cordillera de la Costa“ im Süden der Atacama Wüste in Chile sucht Red Metal nach dem begehrten Metall. Das 3.278 Hektar große Projekt liegt im produktiven Candelaria Eisenoxid-Kupfer-Gold-Gürtel. Die bereits explorierte Mineralisierung erstreckt sich über mehrere Kilometer und ist offen.

Cordillera de la Costa gilt als unterexploriert

Die Geologen des Explorers haben sich die eher unwirtlich wirkende Region nicht ohne Grund ausgesucht. Der Fokus der Mineralienexploration liegt seit langer Zeit auf den Hoch-Anden, die mit riesigen, niedriggradigen Porphyrsystemen großes Potenzial versprechen.

Die Cordillera de la Costa gilt deshalb als unterexploriert – obwohl auch dort zahlreiche Lagerstätten anzutreffen sind - etwa Candelaria (Cu-Au) oder Manto Verde (Cu). Für die Projekte in der Gegend - wie Carrizal - bieten sich Vorteile im Vergleich zu den Hoch-Anden durch die niedrigeren Höhen, die Nähe zu Häfen und durch die geringeren Explorations- und Entwicklungskosten.

Das Interesse von Explorationsunternehmen an der Region wächst seit einiger Zeit wieder. Hier werden hochgradige Kupfervorkommen vermutet, die der Weltmarkt in naher Zukunft dringend benötigen wird.

Die Nachfrage nach Kupfer dürfte in den kommenden Jahren signifikant steigen. Der Bergbaukonzern BHP etwa – der mit Escondida in Chile die größte Kupfermine der Welt betreibt – rechnet damit, dass der weltweite Kupferbedarf bis 2050 um rund 70 % auf über 50 Millionen Tonnen (Mt) pro Jahr steigen dürfte.

Chiles Kupferproduktion steigt wieder

Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt und für sämtliche Bestrebungen zur Ausweitung der globalen Produktion eigentlich unverzichtbar. Es gilt in Bergbaukreisen deshalb als gute Nachricht, dass die Kupferproduktion des Landes im Oktober erstmals wieder präpandemisches Niveau erreicht hat. 492.804 Tonnen wurden im Oktober zutage gefördert - 6,7 % mehr als im gleichen Monat des Vorjahres und der produktivste Oktober seit 2019.

Zuvor war die Produktion auf ein 20-Jahres-Tief gefallen. Dafür gab es - neben der Pandemie – eine Reihe von Gründen. Arbeitskämpfe, politische Unsicherheiten, abnehmende Erzqualitäten und modernisierungsbedürftige Betriebe sind einige davon.

Doch die Trendwende scheint in vollem Gange zu sein. Sie speist sich aus drei Komponenten: Erstens Investitionen in bestehende Minen zur weitgehenden Aufrechterhaltung des Outputs. Zweitens neue Technologien wie Laugung, mit denen z.B. Halden ehemaliger Minen ausgebeutet werden können. Drittens die Exploration neuer Projekte.

Mehrere große Unternehmen haben zuletzt ihr Engagement für eine Ausweitung der Kupferproduktion in Chile unter Beweis gestellt. BHP etwa will die jährliche Kupferproduktion im Land durch ein 10-14 Mrd. USD schweres Investitionspaket in laufende Betriebe um 430.000 bis 540.000 tpa steigern.

BHP und Glencore investieren in Chile

Die Investitionen dienen zum Ausgleich zunehmend schwieriger geologischer Bedingungen. Diese würden zu einem Rückgang der Kupferproduktion von durchschnittlich 1,5 Mio. t in den Jahren 2025 und 2026 auf 1,2 Mio. t in den Jahren 2027–2030 führen. Durch die Investitionen will BHP ab 2031 wieder 1,4 Mio. t Kupfer fördern – 100.000 t mehr als aktuell.

Große Hoffnungen setzt die Branche in moderne Laugungstechnologien. Mit diesen lässt sich mehr Metall aus Erzen geringerer Qualität gewinnen. Glencore startete in der Mine Lomas Bayas den groß angelegten Test eines neuen Verfahrens. Dieses extrahiert Kupfer unter Verwendung vorhandener Laugungsanlagen aus Sulfiderzen, wobei elektrochemische Reaktionen die Gewinnungsraten in kürzeren Zyklen steigern. Die Lebensdauer der Lomas Bayas Mine könnte, so die Hoffnung, um mindestens sieben Jahre verlängert werden.

Doch ohne die Exploration neuer Lagerstätten wird sich die Kupfernachfrage in Zukunft nicht mehr decken lassen. In den letzten Monaten wurden zahlreiche Entscheidungen auch in dieser Hinsicht getroffen.

Kupfernachfrage lässt sich nur durch mehr Exploration decken

Agnico Eagle etwa gab Ende Oktober den Kauf von Anteilen am Explorer ATEX bekannt, um sich Zugang zu dem im Frühstadium befindlichen Kupfer-Gold-Explorationsprojekt Valeriano in der Provinz Huasco zu sichern. CopperEx konnte im Oktober am Markt Mittel einsammeln, um das Explorationsportfolio – darin enthalten unter anderem Exploradora Norte südlich von Escondida – weiterzuentwickeln. SuperCopper startete ein Felderkundungsprogramm bei Cordillera Cobre in der Provinz Atacama.

Die beiden staatlichen Bergbauunternehmen Codelco und Enami haben eine Kooperation vereinbart, die kleineren Projekten zur Realisierung verhelfen soll. So sollen kleinere Betriebe u.a. einfacher auf Grundstücke zugreifen können. Der Explorationsmarkt in Chile ist in Bewegung.

Auch Red Metal Resources kann sich eine Ausweitung des Projekts vorstellen. So wird der Erwerb von weiteren Kupferliegenschaften mit dem Potenzial auf eine kurzfristige Produktion „grundsätzlich“ in Betracht gezogen. Mit anderen Worten: Guten Gelegenheiten gegenüber ist das Unternehmen nicht abgeneigt.

Zunächst stehen bei Carrizal allerdings klassische Explorationsaufgaben auf dem Programm. Dazu zählen Untersuchungen mit induzierter Polarisation, detaillierter Magnetik, alterationsbezogener Kartierung und ein Bohrprogramm mit bis zu 20.000 m. Durch Bohrungen soll insbesondere die 3 km lange Zone mit bekannter Mineralisierung getestet werden. Ziel ist, hierbei ein Ressourcenpotenzial zu skizzieren, das eine kurzfristige Produktion ermöglichen könnte.

Explorationsbudgets weltweit zu niedrig

CEO Caitlin Jeffs ist optimistisch im Hinblick auf das Potenzial des Projekts. Sie erläutert frühere Ergebnisse im Carrizal-Teilgebiet Farellon. Zwischen 2014 und 2017 sei hier im Kleinbergbau Kupfer abgebaut worden. „1.813 Tonnen Oxiderz mit 1,56 % Kupfer und 12.905 Tonnen Sulfiderz mit 1,82 % Kupfer, 6,8 g/t Silber und 0,22 g/t Gold“ liest Jeffs aus ihren Unterlagen ab.

Im anderen Carrizal-Teilgebiet – Perth – wurden bereits vor rund zehn Jahren Bodenproben entnommen. „7,16 % Kupfer, 16,5 g/t Gold und 0,437 % Kobalt“, konstatiert Jeffs.

Die guten Werte überraschen die erfahrene Geologin nicht. „Chile verfügt über ein enormes Potenzial an unerschlossenen mittelgroßen, hochgradigen Kupfer-Gold-Vorkommen“. Es mangele nicht an Lagerstätten, sondern an deren Erkundung und Entwicklung.

Es sind frühe Explorationsprojekte wie Carizal, die über die künftige Kupferversorgung entscheiden. Eines gilt in der Branche als Geheimnis so offen wie das sprichwörtliche Scheunentor: Die Explorationsaktivität war viel zu lange viel zu gering.

S&P Global schockte im Spätsommer mit einem Bericht. Von 239 großen Lagerstätten, die in der Zeit von 1990 bis 2023 entdeckt wurden, stammen lediglich 14 aus dem letzten Jahrzehnt und gerade einmal vier aus den vergangenen fünf Jahren. Die Ursache ist schnell ausgemacht: So lagen die globalen Explorationsbudgets 2023 um 34 % niedriger als 2012.

Bei der aktuellen Produktion scheint Chile die Trendwende geschafft zu haben. Gelingt dies auch bei der Exploration, könnte die gefürchtete Kupferknappheit zumindest abgemildert werden.

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Unternehmen: Red Metal Resources
CSE: RMES
ISIN: CA75679D2023
WKN: A40DG3
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