Microsoft und OpenAI: Neue Weichenstellung ihrer Partnerschaft
Die Zusammenarbeit zwischen dem Tech-Giganten Microsoft und dem KI-Spezialisten OpenAI nimmt mit einem kürzlich verkündeten, vorläufigen Abkommen neue Dimensionen an. Beide Unternehmen einigten sich darauf, die gewinnorientierte Sparte von OpenAI in eine gemeinnützige Kapitalgesellschaft (PBC) umzuwandeln. Mit dieser Umstellung könnte OpenAI, vorbehaltlich der Genehmigung durch staatliche Regulierungsbehörden, Zugang zu weiterem Kapital von Investoren erhalten und möglicherweise den Schritt an die Börse wagen.
Bret Taylor, Vorsitzender des Verwaltungsrats von OpenAI, versicherte in einem Blogbeitrag, dass die Nonprofit-Organisation von OpenAI weiterhin bestehen und die Kontrolle über die Unternehmensaktivitäten behalten wird. Im Rahmen der vorläufigen Vereinbarung sichert sich die Nonprofit-Einheit einen Anteil an der PBC von über 100 Milliarden US-Dollar. Weitere Details zu den Vertragsbedingungen wurden nicht veröffentlicht.
In einer gemeinsamen Erklärung merkten Microsoft und OpenAI an, dass sie ein unverbindliches Memorandum of Understanding (MOU) für die nächste Phase ihrer Partnerschaft unterzeichnet haben. Solche MOUs sind zwar rechtlich nicht bindend, dokumentieren jedoch die Absichten und Erwartungen beider Parteien. Ziel ist es, die vertraglichen Bestimmungen in einem endgültigen Abkommen festzulegen.
Die Neuigkeiten markieren einen vorläufigen Schlussstrich unter zähe Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen über OpenAIs Zukunftspläne. Gegenwärtig genießt Microsoft privilegierten Zugang zur Technologie von OpenAI und ist Hauptanbieter von dessen Cloud-Diensten. Angesichts des immensen Wachstums von OpenAI, vor allem seit Einführung von ChatGPT, drängt die Start-up-Firma jedoch darauf, die Kontrolle durch den Cloud-Dienstleister zu lockern. Taylor ließ verlauten, dass OpenAI und Microsoft weiterhin mit den Generalstaatsanwälten von Kalifornien und Delaware am Übergangsplan arbeiten, was auf die Notwendigkeit regulatorischer Genehmigungen hindeutet.
In den letzten Monaten haben Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Partnern zugenommen. Besonders brisant war der Streit um Windsurf, ein KI-coding Start-up, das OpenAI erwerben wollte, aber das letztlich an Google und Cognition ging. Ein weiterer Konfliktpunkt ist die Klage von Elon Musk gegen OpenAI, in der die Umstellung auf eine gewinnorientierte Struktur eine zentrale Rolle spielt. Musks Angebot, OpenAI für 97 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, wurde von der Unternehmensleitung abgelehnt. Beobachter merkten an, dass Musks Ansinnen möglicherweise den Wert des Nonprofit-Anteils in die Höhe getrieben hat.

