Meyer Burger: Restrukturierung zur Kostensenkung und Fokussierung auf US-Produktion
Das Solarunternehmen Meyer Burger plant erneut umfassende Restrukturierungsmaßnahmen, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Ein wesentlicher Punkt der Neuausrichtung ist die Beschränkung der Solarmodulproduktion auf den Standort Arizona, während der Bau einer zusätzlichen Fabrik in den USA gestoppt wird. Dies führte zu einem weiteren Absturz der ohnehin gebeutelten Aktien, die zu Handelsbeginn um rund die Hälfte auf 2,20 Franken fielen. Zum Jahreswechsel hatten diese noch bei etwa 55 Franken gelegen.
Aufgrund finanzieller Beschränkungen ist der geplante Aufbau einer Solarzellenfertigung in Colorado Springs derzeit nicht realisierbar. Stattdessen konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Hochskalierung der Modulproduktion in Goodyear, Arizona. Eine geplante Kooperation mit einem US-amerikanischen Technologiekonzern wird aufgrund dieser Strategieanpassungen ebenfalls nicht realisiert.
Das Unternehmen hält jedoch an seiner Produktionsstätte in Deutschland fest. Der Standort in Thalheim bei Bitterfeld-Wolfen wird weiterhin in vollem Umfang betrieben und soll auch zukünftig eine zentrale Rolle in der Versorgung der Modulproduktion in Goodyear spielen. Die dort produzierten Solarzellen gelten unter den aktuellen Marktbedingungen als wirtschaftlichste Lösung zur Deckung des Modulbedarfs. Zudem laufen Verhandlungen mit weiteren Kunden zur Abnahme zusätzlicher Mengen.
Die nominale Produktionskapazität in Goodyear liegt aktuell bei 1,4 Gigawatt. Ein geplanter Ausbau um 0,7 Gigawatt wird vorerst ausgesetzt, bleibt jedoch eine Option für die Zukunft. Diese Maßnahmen reduzieren den Finanzierungsbedarf des Unternehmens erheblich. Meyer Burger beabsichtigt, die bisher geplante Fremdfinanzierung durch die Monetarisierung spezieller US-Steuergutschriften in reduziertem Umfang weiterzuverfolgen. Das angestrebte Niveau des operativen Ergebnisses sowie der Verschuldungsgrad sollen mittelfristig deutlich niedriger ausfallen als bisher erwartet.
Zusätzlich wird ein Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm zur Erreichung einer nachhaltigen Profitabilität eingeleitet. Im Zuge dieser Umstrukturierung verlässt Mark Kerekes den Verwaltungsrat. Die ursprünglich für den 16. September 2024 geplante Veröffentlichung der Halbjahreszahlen wird auf den 30. September verschoben, vorbehaltlich der Zustimmung der Börse SIX, wobei auch ein späterer Termin in Betracht kommen könnte.

