Luftraumverstoß: Estland kritisiert Russlands dreiste Aggression
Estland, das engagierte Mitglied der EU und der NATO aus dem Baltikum, sieht sich erneut mit einer ernst zu nehmenden Provokation seitens Russland konfrontiert. Nach Angaben der estnischen Armee drangen drei MIG-31-Kampfjets, ungeachtet internationaler Vorschriften, in den Luftraum nahe der Insel Vaindloo ein und hielten sich über zehn Minuten dort auf. Dieses Verhalten veranlasste das Außenministerium umgehend, den russischen Geschäftsträger einzubestellen und dabei eine formale Protestnote zu überreichen. Margus Tsahkna, Estlands Außenminister, brachte die nationale Empörung unmissverständlich zum Ausdruck. Er kritisierte Russlands wiederholte Verstöße gegen den estnischen Luftraum in diesem Jahr, von denen diese aktuelle Episode als besonders unverfroren bezeichnet wurde. Tsahkna forderte eine unverzügliche Verschärfung des politischen und wirtschaftlichen Drucks auf Russland, um der zunehmenden Aggressivität entschieden entgegenzutreten. Die unerwarteten Angriffe fanden ohne übermittelte Flugpläne, elektronischen Erkennungen und den erforderlichen Kommunikationskanal zur estnischen Luftüberwachung statt. Da Estland sowie auch die Nachbarn Lettland und Litauen über keine eigenen Kampfjets verfügen, übernehmen ihre NATO-Verbündeten routinemäßig die Sicherung des baltischen Luftraums.

