Leistung um jeden Preis: Gibt es natürliche Alternativen zu Ritalin?
Unsere Leistungsgesellschaft dopt sich zunehmend selbst, und sie setzt dazu zunehmend auf Stoffe, die sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft ein erhebliches Gefährdungspotenzial beinhalten.
Wie z. B. Ritalin; Februar 2020 stellte die ZDFinfo-Doku "Gedopte Gesellschaft - Streitfall Ritalin & Co." die erschreckende Karriere des Neuro-Medikaments vor: Ritalin wurde 1944 entdeckt und lange Zeit selten verordnet, bis es Ende des letzten Jahrhunderts als Bremse für Zappelphilippe entdeckt wurde. 1987 wurde ADHS als Krankheit bei Kindern anerkannt, Anfang der 1990er Jahre 300.000 Tagesdosen pro Jahr verordnet. 2009 war Ritalin im Kindergarten angekommen, 2011 wird der Wirkstoff für Erwachsene mit ADHS zugelassen; im Jahr 2013 werden über 50 Millionen Tagesdosen verschrieben, während die ersten Suchtpräventionsstellen ihre Arbeit aufnahmen.
Aktuell gehen Präventionsbeauftragte davon aus, dass in der "Hochburg Saarland" 50 - 90 % der Schüler vor Prüfungen Ritalin nehmen, an der Unis hat jeder 5. schon einmal leistungssteigerndes Hirndoping ge- bzw. missbraucht (nach einer Studie ist die deutsche Quote ähnlich hoch wie an US-Unis), in jedem Betrieb arbeiten 10 - 20 % heimliche Konsumenten ... laut Internationalem Suchtkontrollverband gehört Deutschland zu den Ländern mit dem höchstem Pro-Kopf-Verbrauch.
Ritalin enthält den Wirkstoff Methylphenidat, der strukturell Amphetamin ("Speed") und in der Wirkung Kokain ähnelt. "Zappelphilippe" werden ruhiger, aber auch oft gefühl- und freudlose Zombies - da Ritalin den Lernvorgang der Impulskontrolle ersetzt, könnte das Verhalten aus der Therapie entlassener Menschen die Gesellschaft überraschen (Untersuchungen zu den Langzeitfolgen starten gerade erst). Bei Gesunden steigert Methylphenidat zunächst kurzfristig die Leistungsfähigkeit, die Überlastungs-Warnsignale Erschöpfung und Schmerz werden unterdrückt. Abends gibt es Downer, und dann oft eine schwer zu bekämpfende Sucht (Rückfallquote bei der Suchttherapie um 80 %).
Vor diesem Hintergrund erscheint es manchem Kenner alter heilender, oft auch stimmungsverändernder Natursubstanzen als Rettungsanker, dass auch diese Naturware heute immer leichter verfügbar erscheint
In Smartshops wie www.lucys-store.com werden z. B. diverse Kräuter mit energetisierender, entspannender und aphrodisierender Wirkung, das je nach Einnahmemenge beruhigende bis euphorisierende Mittagsblumengewächs Kanna (Sceletium tortuosum) und der nicht berauschende, aber wunderbar entspannende Cannabis-Bestandteil CBD als Öl, Liquid und mehr angeboten.
In all diesen Pflanzen (-auszügen) steckt viel Potenzial, und sie entfalten bei vernünftigem Gebrauch nach guter Vor-Information auch keinerlei Nebenwirkungen. Es wäre also durchaus zu begrüßen, wenn die gegenüber synthetischen Wirkstoffen oft umfassender regulierende Kraft heilender, anregender, entspannender und schmerzstillender Pflanzen (wieder) mehr Eingang in unseren Alltag fände.Wirklichen Nutzen bringen diese Pflanzen jedoch nur Menschen, die sie nicht im Sinne unseres üblichen Medizinverständnisses einsetzen (Problem -> Medizin -> normaler, ungesunder Alltag). Sondern sich mit dem Funktionieren unseres Körpers, seiner Ernährung und Erhaltung und seinem Aufbau durch Einwirkungen auf verschiedensten Ebenen beschäftigen - zu denen dann unter Umständen auch der Genuss entspannender, anregender oder in anderer Art auf Körper und Geist einwirkender Pflanzen gehört.
Leider vergeben viele Smartshops die Chancen, durch umfassende Schulungsangebote den Menschen die vergessenen Kräfte der Pflanzen näher zu bringen. Etliche Smartshops überschreiten sogar - unbedacht oder mit Blick auf den Gewinn - die Grenzen der Verbote unseres Betäubungsmittelgesetzes, indem sie Ayahuasca (mit DMT/5-MeO-DMT), Salvia Divinorum (psychoaktiv wirkenden Azteken-Salbei) und Magic Mushrooms (mit dem Halluzinogen Psilocybin) anbieten. Alles Stoffe, bei denen sich die Besteller schon durch die Einfuhr nach Deutschland strafbar machen.
Der momentane Zustand dieses Marktes dürfte ein "Mehr an Natur" in persönlicher Optimierung und Gesundheitspflege eher stören - die Shops sitzen gewöhnlich im Ausland, der lebensstörende Makel einer Strafe/Bewährungsstrafe bleibt am unbedachten Besteller hängen. Da sich auf dem Gebiet der "alten Nutzpflanzen" aber sehr viele kenntnisreiche, verantwortungsbewusste Menschen mit positiven Absichten tummeln, ist es für eine Entwicklung zum Nutzen aller Menschen noch nicht zu spät.


