LebensPhasenHaus in Tübingen wird um zwei FlyingSpaces erweitert
Neue Räume für Pflege und Digitalisierung treffen auf Forschung zu kreislauffähigem und klimabewusstem Bauen

14. August 2026, 13:13 Uhr · Quelle: LifePR
LebensPhasenHaus in Tübingen wird um zwei FlyingSpaces erweitert
Foto: LifePR
Vorgefertigtes FlyingSpace-Modul von SchwörerHaus im Werk vor der Montage am LebensPhasenHaus
Die Erweiterung schafft neue Räume für Pflege-Digitalisierung und dient als Forschungsprojekt für nachhaltiges Bauen.

Hohenstein, 14.08.2026 (lifePR) - SchwörerHaus erweitert das LebensPhasenHaus in Tübingen um zwei FlyingSpaces. Auf rund 97 Quadratmetern entstehen neue Büro-, Besprechungs- und Veranstaltungsräume für die Geschäftsstelle des Landeskompetenzzentrums Pflege & Digitalisierung. Gleichzeitig wird der modulare Anbau selbst zum Forschungsgegenstand. Untersucht werden der Einsatz kreislauffähiger Materialien, die CO₂-Bilanzierung einzelner Bauteile und neue Ansätze für nachhaltiges Bauen.

Das LebensPhasenHaus ist ein Ort für Forschung, Austausch und praxisnahe Lösungen rund um selbstbestimmtes Wohnen in unterschiedlichen Lebensphasen. Barrierefreie Wohnkonzepte, technische Assistenzsysteme, Smart-Home-Anwendungen, Pflegeunterstützung und digitale Kommunikation werden dort erprobt, weiterentwickelt und für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht. Mit der Erweiterung erhält das Projekt zusätzliche Flächen für seine wachsenden Aufgaben und setzt zugleich neue Impulse für nachhaltiges und modulares Bauen.

Neue Räume für Pflege und Digitalisierung

Mit der Erweiterung erhält die Geschäftsstelle des Landeskompetenzzentrums Pflege & Digitalisierung eigene Räumlichkeiten. Die Mitarbeitenden nutzen bisher Arbeitsplätze auf der Galerie des LebensPhasenHauses. Künftig stehen ihnen separate Büro- und Besprechungsräume sowie zusätzliche Flächen für Austausch, Organisation und Veranstaltungen zur Verfügung.

Das Landeskompetenzzentrum treibt die Digitalisierung in der Langzeitpflege voran und verbindet dabei technische Expertise mit sozialwissenschaftlichem Wissen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Lösungen Pflegekräfte entlasten, Arbeitsprozesse verbessern und Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen können.

Dabei werden auch aktuelle Herausforderungen wie der Personalmangel in der Pflege und der sinnvolle Einsatz von KI-Anwendungen betrachtet. Das LebensPhasenHaus bleibt somit ein Ort, an dem gesellschaftliche Zukunftsfragen nicht nur diskutiert, sondern anhand konkreter Lösungen praktisch bearbeitet werden.

Modulare Erweiterung auf Stützen

Der Anbau setzt sich aus zwei FlyingSpaces zusammen, die auf Stützen neben dem bestehenden LebensPhasenHaus platziert werden. Der Zugang zu den neuen Räumen erfolgt sowohl von außen als auch über die Galerie des Bestandsgebäudes.

Die beiden FlyingSpaces haben jeweils eine Abmessung von 14,35 mal 4,35 Metern. Insgesamt entsteht eine neue Nutzfläche von rund 97 Quadratmetern. Vorgesehen sind ein kleiner Empfangsbereich mit Küche, Büro- und Besprechungsräume sowie WC- und Technikbereiche.

Die Küche kann zudem für das Catering bei Veranstaltungen im LebensPhasenHaus genutzt werden. Die Erweiterung schafft damit nicht nur neue Arbeitsplätze für das Landeskompetenzzentrum. Sie stärkt zugleich die Funktion des LebensPhasenHauses als Begegnungsstätte und als Ort für Veranstaltungen, Wissenstransfer und den Austausch zwischen Forschung, Pflegepraxis, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Der Anbau wird selbst zum Forschungsprojekt

Neben seiner späteren Nutzung wird auch der Bauprozess wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen eines geförderten Projekts wird untersucht, wie Cradle-to-Cradle-fähige Materialien in einem konkreten Bauvorhaben eingesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie detailliert einzelne Bauteile bei der Berechnung des CO₂-Fußabdrucks erfasst werden müssen.

Dabei geht es um eine zentrale Herausforderung für die CO₂-Bilanzierung von Gebäuden: Müssen selbst kleinste Verbindungsmittel einzeln berücksichtigt werden oder lassen sich Bauteile sinnvoll zusammenfassen, ohne dass die Aussagekraft der Gesamtbilanz wesentlich beeinträchtigt wird?

Der vergleichsweise kompakte Anbau bietet die Möglichkeit, verschiedene Ansätze unter realen Bedingungen zu untersuchen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, geeignete Methoden auch auf größere Bauprojekte zu übertragen.

Die Hochschule Biberach begleitet die CO₂-Bilanzierung und erstellt einen digitalen Zwilling des Anbaus. Auf diese Weise wird die Erweiterung nicht nur baulich umgesetzt, sondern auch digital abgebildet und datenbasiert analysiert.

SchwörerHaus übernimmt Planung, Produktion und Bau

SchwörerHaus verantwortet die Planung, Produktion und den Bau der Erweiterung. Die Umsetzung mit zwei FlyingSpaces zeigt, wie sich bestehende Gebäude durch modular vorgefertigte Raumeinheiten gezielt ergänzen lassen.

Die FlyingSpaces werden weitgehend im Werk produziert und anschließend am vorgesehenen Standort montiert. Dadurch lassen sich viele Arbeitsschritte unter kontrollierten Bedingungen ausführen. Gleichzeitig kann die Bauzeit vor Ort reduziert und der Anbau präzise auf die vorhandene Gebäudesituation abgestimmt werden.

Gerade beim Bauen im Bestand eröffnet die modulare Bauweise neue Möglichkeiten. Wenn zusätzliche Flächen benötigt werden, muss ein vorhandenes Gebäude nicht grundsätzlich neu geplant oder durch einen vollständigen Neubau ersetzt werden. Stattdessen können neue Räume dort ergänzt werden, wo sie konkret gebraucht werden.

Partner aus Forschung und Praxis arbeiten zusammen

An der Erweiterung des LebensPhasenHauses sind Partner aus Wissenschaft, Bauwirtschaft, Gebäudetechnik und Energieversorgung beteiligt. Neben SchwörerHaus und der Universität Tübingen übernimmt die Hochschule Biberach die CO₂-Bilanzierung und die Erstellung des digitalen Zwillings.

RIDI verantwortet die Leuchtenplanung, Somfy bringt die Beschattungssysteme ein. Die Stadtwerke Tübingen kümmern sich um die Versorgung und die Photovoltaikanlage. Die Gestaltung der Außenbereiche wird durch den Garten- und Landschaftsbau ergänzt.

Durch die Zusammenarbeit fließen unterschiedliche fachliche Perspektiven in das Projekt ein. Bauliche, technische und wissenschaftliche Fragestellungen können dadurch von Beginn an miteinander verknüpft und direkt am realen Gebäude untersucht werden.

Praktische Lösungen für flexibles und nachhaltiges Bauen

Die Erweiterung zeigt, wie sich zwei zentrale Zukunftsthemen miteinander verbinden lassen: die Digitalisierung der Pflege und die Weiterentwicklung nachhaltiger Bauweisen.

Die neuen Räume stärken die Arbeit des Landeskompetenzzentrums Pflege & Digitalisierung. Dort werden Lösungen entwickelt und vermittelt, die Pflegekräfte unterstützen und Menschen dabei helfen sollen, möglichst lange selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können.

Gleichzeitig liefert der Anbau konkrete Erkenntnisse für das kreislauffähige und klimabewusste Bauen. Der Einsatz geeigneter Materialien, die Nachvollziehbarkeit von Bauteilen und eine aussagekräftige CO₂-Bilanzierung werden dabei nicht nur theoretisch betrachtet, sondern an einem realen Projekt untersucht.

Mit den beiden FlyingSpaces wächst das LebensPhasenHaus daher nicht nur räumlich. Es erweitert auch seine Funktion als Forschungs-, Demonstrations- und Begegnungsort. Die neue Geschäftsstelle und das begleitende Forschungsprojekt schaffen die Voraussetzungen dafür, Lösungen für Pflege, Digitalisierung und nachhaltiges Bauen künftig noch enger miteinander zu verbinden.

Bauen & Wohnen / LebensPhasenHaus / FlyingSpaces / Landeskompetenzzentrum Pflege & Digitalisierung / SchwörerHaus / Hochschule Biberach / Nachhaltiges Bauen
[lifepr.de] · 14.08.2026 · 13:13 Uhr
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