Frankreich

Feuer wütet weiter bei Bordeaux – Rauch macht Atmen schwer

27. Juli 2026, 15:12 Uhr · Quelle: dpa
Waldbrände in Frankreich
Foto: Emma Da Silva/AP/dpa
Die Feuerwehr kämpft weiter mit einem Großaufgebot gegen die Waldbrände bei Bordeaux.
Feuerwehr und Soldaten kämpfen Tag und Nacht, doch das Inferno könnte noch Monate dauern. Eine neue Hitzewelle droht, Präsident Macron besucht die Region. Was das alles für die Menschen bedeutet.

Bordeaux (dpa) - An der französischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr weiter mit einem Großaufgebot und internationaler Unterstützung gegen den riesigen Waldbrand, wobei sich die Lage über Nacht stabilisiert hat. Nach einer Krisensitzung der Regierung erklärte Innenminister Laurent Nuñez, dass der Brand «stabilisiert» aber «noch nicht unter Kontrolle» sei. «Er hat sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet», die Flammen wüteten aber weiter. 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten seien im Einsatz.

Der Minister rief wie zuvor bereits die Regierungssprecherin dazu auf, nicht in die betroffene Region Gironde zu reisen. Noch habe sich die Lage nicht beruhigt. Sorge bereite den Behörden eine erneute Hitzewelle, die ab Dienstag die Region treffen soll. «Ich möchte niemanden beruhigen», sagte der Minister. 

Für die Brandbekämpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieß es von den Behörden. Am Nachmittag wurde Präsident Emmanuel Macron in der betroffenen Tourismusregion erwartet, die der Brand mitten in der Hauptsaison trifft.

Feuerwehr: Löscharbeiten können Wochen dauern

Der Großbrand könne noch «mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern», ehe er vollständig gelöscht sei, sagte Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband dem Sender France Info. Über viele Wochen und Monate hinweg müssten sich Feuerwehreinheiten aus ganz Frankreich zur Brandbekämpfung ablösen. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht werde, breche an anderer Stelle ein neuer aus. «Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen.» 

Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, auch viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln. 

Rund 240 Wohnhäuser wurden zerstört. In einem weiten Umkreis verdunkeln riesige Rauchwolken den Himmel und der Qualm ist überall zu riechen und macht das Atmen schwer, die Luftqualität sei stark beeinträchtigt, berichtete ein dpa-Reporter aus Bordeaux.

Riesige Rauchwolken hängen über der Region

Schon Dutzende Kilometer vor Bordeaux hängt ein rauchiger Schleier über der Landschaft, der in der Stadt noch einmal intensiver ist. Und der Rauch setzt der Gesundheit zu, schnell fühlen sich viele unwohl. Die Kehle ist plötzlich trocken, die Augen brennen, man ist auf einmal aus der Puste. Über geparkte Autos ziehen sich weiße Rußpartikel.

In Spanien gab es unterdessen bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände Fortschritte, doch Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnte vor verfrühtem Optimismus. «Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam», sagte Grande-Marlaska vor Journalisten. 

Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, habe nach Schätzungen bereits 47.000 Hektar (470 Quadratkilometer) erfasst, so der Minister. Damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie unter anderem der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob.

Zehntausende Menschen betroffen

Neben dem Feuer in Ávila bereiten derzeit vor allem auch Waldbrände in der Sierra Oeste im Westen der sogenannten Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt Sorgen. Zusammen haben diese drei Brände rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet.

Die Zentralregierung rief für diese Regionen den Notstand aus, um schneller Mittel mobilisieren zu können. Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind inzwischen bei den Bränden in Madrid und in den angrenzenden Provinzen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben.

Die Gesamtzahl der dort von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffenen Menschen wurde vom Innenministerium in Madrid zuletzt auf rund 90.000 beziffert. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft und sprachen den Betroffenen Mut zu.

In der Provinz Castellón im Osten des Landes lodert außerdem seit Samstag ein weiteres größeres Feuer, das bereits 6.500 Hektar zerstört hat. Dort wurden rund 16.000 Menschen aus verschiedenen Ortschaften evakuiert.

Brände auch in Italien

In Italien kämpfen Einsatzkräfte seit dem Wochenende gegen verschiedene Brände in mehreren Regionen. Nach dramatischen Bildern von der Halbinsel Gargano in der südlichen Region Apulien dauern die dortigen Einsätze laut Feuerwehr weiter an. Hunderte Touristen mussten dort von Stränden mit Booten vor den sich der Küste nähernden Flammen in Sicherheit gebracht werden. Löschflugzeuge sowie Bodentrupps sind weiter im Einsatz.

In der Region Basilikata wurden in der Gemeinde Maratea Dutzende Menschen sicherheitshalber aus ihren Häusern geholt. Auf den großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien sowie in der Region Kalabrien gibt es weiter ebenfalls lodernde Brände.

Feuer / Natur / Katastrophe / Frankreich / Spanien / Italien / Waldbrand
27.07.2026 · 15:12 Uhr
[1 Kommentar]
Unfall mit Frachtflugzeug nach Landung am Flughafen Miami
Miami (dpa) - Neu veröffentlichte Cockpit-Aufzeichnungen geben Einblick in die letzten Momente vor dem tödlichen Unglück in Miami, bei dem ein Amazon-Frachtflugzeug über die Landebahn hinausschoss. Demnach warnte einer der beiden Piloten während des Landeanfluges, dass das Flugzeug «zu schnell» sei. Dies geht aus einem Zwischenbericht der US- […] (00)
vor 11 Minuten
Kate Hudson
(BANG) - Kate Hudson findet, dass eine Hochzeit "zu teuer" wäre. Die US-Schauspielerin, die sich 2021 nach vier Jahren Beziehung mit dem Musiker Danny Fujikawa verlobt hat, gibt zu, dass sie trotz ihres Liebesglücks nach wie vor keinen großen Wunsch verspürt, den Bund fürs Leben zu schließen. Im Podcast 'Sibling Revelry', den sie gemeinsam mit ihrem […] (00)
vor 1 Stunde
Firmenschild mit dem Logo von Vodafone steht vor Konzernzentrale
Berlin/Luxemburg (dpa/tmn) - Sie sind oder waren Vodafone-Kunde? Und das Unternehmen hat bei Ihnen während eines laufenden Festnetz-Internetvertrags die Preise erhöht? Dann können Sie sich einer Sammelklage anschließen, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) angestoßen hat. Dabei spielt es den Verbraucherschützern zufolge keine Rolle, ob der […] (00)
vor 1 Stunde
Chicken Road RTP
Eine kurze Spielserie wirkt oft aussagekräftiger, als sie statistisch ist. Zehn Gewinne hintereinander können außergewöhnlich erscheinen, ebenso fünfzig schwache Runden. Für den RTP von Chicken Road sind solche Momentaufnahmen jedoch viel zu klein, um den langfristigen Rücklauf des Spiels abzubilden. Chicken Road trennt kurzfristige Ergebnisse und […] (00)
vor 23 Minuten
Neue Putin-Reportage beleuchtet mediale Propaganda in Russland
Artem Demenok untersucht Mechanismen der Inlandspropaganda und zeigt, wie Presse, Fernsehen und soziale Netzwerke Feindbilder schufen, um Zustimmung zu erzielen und Wirklichkeiten zu formen. Neue Putin-Reportage unter Federführung des RBB: Die Doku Putins Propaganda - Wie der Kreml das Volk lenkt von Artem Demenok nimmt Putins Inlandspropaganda unter die Lupe. Das Erste zeigt den Film am 14. […] (00)
vor 2 Stunden
Borussia Dortmund - FC Villarreal
Dortmund (dpa) - Borussia Dortmund geht von keinem längeren Ausfall von Offensivmann Konstantinos Karetsas aus. Am Wochenende muss der BVB aber auf den 18 Jahre alten Griechen verzichten. Sportdirektor Ole Book gab am Donnerstag ein Update und schloss dessen Einsatz am Samstag gegen den SC Paderborn aus. «Klar ist, dass wir jetzt schon die Gesundheit […] (00)
vor 1 Stunde
Nickel statt Penny: Wie Händler jetzt Ihre Wechselgeldverluste maximieren
Das Ende des Pennys: Einzelhandel nutzt Umbruch für neue Gebührenmodelle Die US-Münzproduktion hat ein signifikantes Kapitel abgeschlossen – und Millionen Verbraucher zahlen die Rechnung. Mit dem Ende der Penny-Herstellung haben Einzelhändler flächendeckend begonnen, ihre Preiskalkulationen umzustellen. Statt mühsam Wechselgeld in Ein-Cent-Münzen […] (00)
vor 18 Minuten
auto motor und sport ermittelt wieder  Deutschlands beste Autowerkstätten
Stuttgart, 10.09.2026 (lifePR) - Das Auto in die Werkstatt zu bringen, ob zur Inspektion oder wegen einer Reparatur, ist nicht gerade billig. Aber wie kann man als Kunde sicher sein, dass dafür auch der Service auf hohem Niveau ist – sorgfältig, technisch auf dem neuesten Stand und fair abgerechnet? Wichtige Orientierung bietet die neueste Studie der […] (00)
vor 1 Stunde
 
Schweriner Schloss, Sitz des  Landtags von MV
Schwerin (dpa) - In Mecklenburg-Vorpommern verringert die SPD von Ministerpräsidentin […] (00)
Gasleitung (Archiv)
Dortmund - Das Eon-Tochterunternehmen Westnetz hat E-Mails an alle RLM-Kunden - also […] (02)
Bischof Heiner Wilmer
Berlin (dpa) - Auch angesichts des jüngsten Erfolgs der AfD bei der Landtagswahl in […] (04)
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Archiv)
Wiesbaden - Rund 390.000 Personen in Deutschland haben am Jahresende 2025 […] (00)
Selena Gomez und Benny Blanco
(BANG) - Selena Gomez hatte seit ihrer Kindheit einen bestimmten Traum für ihre […] (00)
Trump Arcade
Washington (dpa) - Auf einer kürzlich freigeschalteten Webseite der US-Regierung ist […] (00)
Florian Lipowitz
Pontedera (dpa) - Deutschlands Radstar Florian Lipowitz hat beim ersten Härtetest […] (03)
cryptocurrency, bitcoin, coin, money, digital, finance, crypto, cognac, liquor, clock
Die Aktie von Samsung Electronics fiel am Donnerstag, nachdem Apple in eine […] (00)
 
 
Suchbegriff