Landwirte legen Thessaloniki lahm: Landesweite Agrarproteste in Griechenland
Griechische Landwirte haben im Gleichschritt mit ihren europäischen Kollegen der Landwirtschaftsmisere Ausdruck verliehen, indem sie die Straßen in Beschlag nahmen und prominent in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki, wo derzeit die Agrotica, die führende Landwirtschaftsmesse des Landes, ihre Pforten geöffnet hat, für Aufsehen sorgten. Die städtische Infrastruktur kam zum Erliegen, als sich circa 300 Traktoren ihren Weg durch das Stadtzentrum bahnten, wie der Nachrichtenkanal ERTnews in Bildern festhielt.
Die öffentlichkeitswirksame Präsenz der Landwirte stellt eine Reaktion auf die eskalierenden Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel, insbesondere Dünger, dar, während gleichzeitig die Spirale der Spritpreise, von der neben Ackerbauern auch Fischer und bald Imker betroffen sind, unvermindert nach oben klettert. Mit ihren Fischerbooten schlossen sich Küstenbewohner an der malerischen Uferpromenade den Forderungen nach leistbarem Agrardiesel an.
Die vorherrschenden Spannungen werden zudem durch ein kontroverses Thema geschürt: Die als unzureichend empfundenen Entschädigungszahlungen im Angesicht der Zerstörungen durch Naturkatastrophen im vergangenen Kalenderjahr. Insbesondere schwere Brände und Fluten, die quer durch das Hellenische Territorium Felder und Ernten heimsuchten, ließen die Rufe nach einer faireren Kompensation lauter werden.
Während die landwirtschaftlichen Gemeinden ihre Protestaktionen mindestens bis zum Abschluss der Agrotica am Sonntag fortzusetzen gedenken, bleibt die konservative Regierung des Landes gefordert, in diesem gesellschaftlich hochsensiblen Dialog konstruktive Lösungen zu erarbeiten. (eulerpool-AFX)

