Investmentweek

Köln, Leipzig, Frankfurt – Wo der Bahnhof zum Tatort wird

24. Juli 2025, 18:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die Zunahme von Gewalt und Straftaten in deutschen Bahnhöfen offenbart soziale Missstände und Sicherheitsprobleme. Ein Blick auf die aktuelle Situation.

Tatort Gleis 7

Ein Mann wird am Frankfurter Hauptbahnhof erschossen – mitten am Bahnsteig, zur besten Pendlerzeit. Passanten filmen, die Polizei rückt an, ein Verdächtiger wird festgenommen. Zwei Stunden später rollt der Bahnverkehr weiter. Alltag in einem der meistfrequentierten Orte Deutschlands.

Was hier wie ein Einzelfall wirkt, hat System. Die Bundespolizei zählt in nur fünf Monaten dieses Jahres über 3.000 Straftaten allein in Kölns Hauptbahnhof. Auch Frankfurt, Hamburg und Leipzig zeigen: Der Bahnhof ist längst kein sicherer Ort mehr.

Top Ten der Kriminalität

Köln steht mit 3.013 registrierten Delikten von Januar bis Mai 2025 an der Spitze. Frankfurt/Main folgt, dann Hamburg. Am anderen Ende der Liste, aber immer noch unter den schlimmsten zehn: Berlin mit 1.344 Straftaten.

Was auffällt: Während Köln und Frankfurt bei Diebstahl und Betrug vorn liegen, ist Leipzig das Gewalt-Zentrum. Mit 203 Fällen ist der dortige Hauptbahnhof trauriger Spitzenreiter bei Körperverletzungen. Köln folgt mit 190, Berlin mit 160.

Messer, Drogen, Beleidigung – das neue Bahnhofsleben

Die Statistik liest sich wie aus einem Kriminalroman: 265 Täter zogen ein Messer, 176 trugen eines trotz Verbots bei sich. Dazu über 10.000 Drogendelikte, mehr als 1.200 Waffendelikte und fast 60.000 Eigentumsvergehen bundesweit in Bahnhöfen und Zügen – nur in einem halben Jahr.

Die Realität auf deutschen Bahnsteigen: 58.532 Eigentumsdelikte, 1.238 Waffendelikte und über 10.000 Drogendelikte in nur fünf Monaten – die Bundespolizei kommt kaum hinterher.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt bei 35,9 Prozent. Ein Rückgang gegenüber 2024, aber weiterhin hoch. Die Gewalt ist dabei oft nicht geplant, sondern eskaliert spontan – nach Streit, bei Kontrollen, in überfüllten Gängen.

Union fordert Gesichtserkennung

Die CDU will jetzt handeln. „Bahnhöfe sind Lebensadern unserer Städte – wir dürfen sie nicht der Kriminalität überlassen“, sagt Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Union. Er fordert, was längst im Koalitionsvertrag steht: flächendeckende Videoüberwachung mit intelligenter Gesichtserkennung an Kriminalitätsschwerpunkten.

Die Technik existiert. Getestet wurde sie etwa am Berliner Südkreuz. Doch der flächendeckende Einsatz scheitert bisher am Datenschutz – und am politischen Willen.

Zwischen Datenschutz und Sicherheitslücke

Für Throm ist klar: „Datenschutz darf nicht zur Schutzbehinderung werden.“ In der Praxis aber stehen Bürgerrechte und Überwachung oft gegeneinander. Was für die einen eine notwendige Maßnahme zur Gefahrenabwehr ist, ist für andere ein gefährlicher Dammbruch.

Polizeieinsatz am Bahnsteig: 265 Messer wurden 2025 bislang in Bahnhöfen gezogen – ein Höchststand, der das Sicherheitsgefühl vieler Pendler nachhaltig erschüttert.

Die SPD hält sich bislang bedeckt. Die Bahn verweist auf Sicherheitsdienste, Polizeistreifen und mehr Videoüberwachung in Eigenregie. Doch ob das reicht, um das Sicherheitsgefühl zurückzubringen, darf bezweifelt werden.

Bahnhof als Spiegelbild der Gesellschaft

Wo täglich Hunderttausende unterwegs sind, wird das sichtbar, was in der Gesellschaft im Argen liegt: soziale Spannungen, psychische Ausnahmesituationen, Sucht, Gewaltbereitschaft. Der Bahnhof ist kein isolierter Ort – er ist Brennpunkt.

Dass es so weit kommen konnte, liegt auch an politischen Versäumnissen. Wer an Sicherheit spart, bekommt Unruhe gratis dazu. Die neue Polizeistatistik macht das deutlicher denn je.

Politik / Kriminalität / Bahnhöfe / Sicherheit / Gesellschaft
[InvestmentWeek] · 24.07.2025 · 18:00 Uhr
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