Klose weist Söders Vorschläge zu längeren Arbeitszeiten und Frühverrentung zurück
In einer scharfen Replik auf die jüngsten Überlegungen von CSU-Chef Markus Söder zu längeren Arbeitszeiten hat die SPD-Sozialexpertin Annika Klose deutliche Worte gefunden. Sie hob hervor, dass die deutschen Arbeitnehmer bereits einen erheblichen Beitrag leisten und die meisten durchaus bereit seien, auch mal länger zu arbeiten. Klose betonte, dass die Regelungen zu Arbeitszeiten Sache der Tarifpartner seien und nicht vom Gesetzgeber diktiert werden sollten. Sie bezeichnete Söders Forderung als unpassend.
In der ARD-Sendung 'Bericht aus Berlin' hatte Söder angemerkt, dass eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche signifikant zum Wirtschaftswachstum beitragen könnte. Darüber hinaus machte er sich für den schrittweisen Abbau der Rente mit 63 stark, die es so in der bisherigen Form nicht mehr gebe.
An seine Stelle sei längst die Rente mit 65 gerückt, erläuterte Klose. Sie warnte, dass die Arbeitsmarktsituation für über 60-Jährige und die Weiterbildungsmöglichkeiten für Ältere teils unzureichend seien. Bevor man über eine Verlängerung der Arbeitszeiten diskutiere, müsse zunächst gewährleistet sein, dass Menschen ohne Unterbrechungen bis zum regulären Rentenalter arbeiten könnten.

