Klimawandel wird auch zukünftig in Niedersachsen und ganz Deutschland für Dürreperioden sorgen
Der Klimawandel hat sich in Deutschland bemerkbar gemacht und zu spürbaren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Im Laufe der Wetteraufzeichnungen von 1881 bis 2018 hat Deutschland einen Temperaturanstieg von 1,5 Grad erlebt. Es gibt Hinweise auf einen Anstieg der Hitzeextreme und der Anzahl der heißen Tage. Da Wirtschaft und Gesellschaft immer häufiger mit Hitzewellen, Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und Stürmen konfrontiert sind, steigt der Druck, sich anzupassen und geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu ergreifen.
Hitze in den Städten nimmt zu
Höhere Temperaturen haben sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten schwerwiegende Folgen. Die durchschnittliche Anzahl der Tage mit Temperaturen von 30 Grad Celsius, die als "heiße" Tage bezeichnet werden, hat sich von etwa 3,5 Tagen in den 1950er Jahren auf derzeit etwa 10 Tage erhöht. In städtischen Gebieten, die in der Regel über weniger Grünflächen und eine geringere Luftfeuchtigkeit als das Umland verfügen, besteht für die Bevölkerung ein erhöhtes Risiko von Hitzestress. Gerade in Städten tragen tropische Nächte auch zu einem Risiko von Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.
Außerdem sind dicht besiedelte Gebiete neuen Risiken durch starke Regenfälle und Sturzfluten ausgesetzt, während Grünflächen in Städten bei Regenereignissen wie Schwämme wirken. Um diese Risiken zu mindern, können Städte mehr Grünflächen schaffen, indem sie begrünte Dächer oder Fassaden integrieren. Die Begrünung von Gebäuden dient nicht nur der Wärmedämmung, sondern schützt sie auch vor übermäßiger Hitze bei hohen Sommertemperaturen. Die richtige Gebäudeausrichtung und die Planung der Fensterflächen sind bei Neubauten zudem von entscheidender Bedeutung, während bei der Renovierung älterer Gebäude verschiedene Maßnahmen ergriffen werden können, um eine Überhitzung zu verhindern.
Persönlicher Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung ist wichtig
Auch auf den Menschen hat der Klimawandel einen starken Einfluss. Die Sonneneinstrahlung ist in den letzten Jahrzehnten wesentlich stärker geworden. Das hat zur Folge, dass die Rate an Hautkrebsfälle gestiegen ist. Um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen, sollte man sich bewusst vor erhöhter Sonneneinstrahlung schützen. Ohne Sonnenschutzmittel sollte man in den Mittagsstunden im Sommer idealerweise gar nicht aus dem Haus gehen, auch wenn der Himmel bedeckt ist. Beim Thema Sonnenschutz vergessen viele auch die empfindlichen Augen, die eine gute Sonnenbrille benötigen. Eine gute Sonnenbrille mit Sehstärke kann somit im Sommer zum wichtigen Accessoire werden.
Wälder leiden unter der Trockenheit
Der Forstsektor wurde durch verschiedene Naturkatastrophen wie Dürre, Waldbrände und Stürme erheblich beeinträchtigt. Die Dürre hat besonders die Fichtenwälder in den intensiv bewirtschafteten Mittelgebirgen in Mitleidenschaft gezogen. Diese geschwächten Bäume sind sehr anfällig für den Befall durch Borkenkäfer oder Bücherwürmer geworden. Die umfangreichen Schäden an den Wäldern haben zu erhöhten Bewirtschaftungskosten für die Waldbesitzer geführt, die das geschädigte Holz entfernen müssen.
Die Abhängigkeit von Monokulturen und die begrenzte Regenerationsfähigkeit der Wälder verschlimmern diese Situation. Wiederaufforstung ist teuer, es fehlt oft an Arbeitskräften, und die jungen Pflanzen haben mit der Trockenheit zu kämpfen. Es gibt jedoch potenzielle Anpassungsmaßnahmen für die Waldbewirtschaftung. Zum Beispiel kann die Umwandlung von Wäldern in Mischwälder die Stabilität und die Gesamtvitalität verbessern. Denn Klimaschutz beginnt mit intakten Wäldern.
Bauern beklagen Einbußen durch Dürre
Viele Regionen in Niedersachsen leiden zunehmend unter einem Mangel an Bodenfeuchtigkeit, der die Landwirtschaft in diesen Gebieten vor große Herausforderungen stellt. Als Reaktion auf die Dürre im Jahr 2018 haben Bund und Länder 340 Millionen Euro an Hilfen bereitgestellt, aber der landwirtschaftliche Schaden belief sich auf 700 Millionen Euro. Angesichts der zu erwartenden weiteren globalen Erwärmung müssen die landwirtschaftlichen Betriebe neue Ansätze für das Bodenmanagement in Betracht ziehen.
Viele der möglichen Anpassungen in der Landwirtschaft benötigen jedoch längere Zeitzyklen, um wirksam zu werden, und sind recht komplex. Ein wichtiger Faktor ist die Art der Kulturen, die auf dem Boden angebaut werden. Untersuchungen auf Beobachtungsflächen in Bayern zeigen, dass der Rückgang des Humusgehalts seit Ende der 1980er-Jahre auf einen hohen Anteil von Mais und Hackfrüchten und einen geringen Anteil von Getreide, Raps und Futterleguminosen in der Fruchtfolge zurückzuführen ist. Humusreiche Böden spielen eine entscheidende Rolle als Wasserspeicher und können den Trockenstress für die Pflanzen abmildern. Tritt Trockenheit dagegen in Kombination mit humusarmen Böden auf, verstärkt sie den Stress für die Kulturpflanzen und verringert die Ernteerträge. Der Aufbau von Humus hingegen kann dazu beitragen, die sommerliche Austrocknung abzumildern.

