KI verändert auch die Arbeitswelt
Künstliche Intelligenz hat die Unternehmen erreicht. Immer mehr setzen sie schon ein oder experimentieren damit. Bei den Mitarbeitenden löst das teilweise Angst vor Jobverlust aus. Qualifikation und Weiterbildung helfen trotz Wandel dabei zu bleiben.

07. Juli 2026, 16:21 Uhr · Quelle: Pressebox
KI verändert Arbeitsabläufe und erhöht den Bedarf an Weiterbildung. Viele Beschäftigte fürchten den Verlust ihres Arbeitsplatzes.

München, 07.07.2026 (PresseBox) - Im Dezember 2022 stellte OpenAI seinen Chatbot ChatGPT vor und löste damit einen bis dahin nicht erlebten weltweiten Hype der generativen KI aus. Alle wollten es ausprobieren. Sie wollten lustige Memes bauen mit Freunden im Dschungel oder Weihnachtsgrüße vom Mount Everest verschicken. Dreieinhalb Jahre später ist Künstliche Intelligenz längst über dieses Spielstadium hinausgewachsen. Neben ChatGPT gibt es inzwischen eine große Zahl konkurrierender Modelle mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Schwerpunkten. Viele Unternehmen haben sich schon darauf eingelassen. Sie nutzen verschiedene Tools und Modelle, probieren sie aus, setzen Projekte auf, schulen Mitarbeiter:innen – und sie sammeln erste Erfahrungen. Eine davon ist, wenig überraschend: Effizienzgewinne. Wenn man von einer langen Besprechung ein Protokoll in wenigen Sekunden erstellen lassen kann, statt einen Mitarbeitenden vielleicht Stunden damit zu beschäftigen, spart man dessen Arbeitskraft entsprechend ein. Wenn man umfangreiche Angebote in kurzer Zeit analysieren lassen kann, braucht ein:e Mitarbeiter:in sie nicht mehr zu vergleichen, was deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Was aber machen die Mitarbeitenden mit dem Zeitgewinn? Welche anderen Arbeiten machen sie stattdessen? Wie verändert sich ihr Jobprofil? Alles Fragen, die noch offen sind. Denn in der KI-Transformation stehen wir erst am Anfang.

Vielleicht gerade weil es noch viele offenen Fragen gibt, sorgen sich immer mehr Beschäftigte um die Zukunft. Nach einer Befragung der Beratungsfirma EY rechnen in Deutschland sieben von zehn Beschäftigten grundsätzlich damit, dass wegen der Konkurrenz zu KI Arbeitsplätze abgebaut werden. 36 Prozent erwarten diesem „EY European AI Barometer“ zufolge negative Auswirkungen auf ihren eigenen Job. „Wenn sich in Deutschland mehr als jeder dritte Beschäftigte und in Europa sogar vier von zehn Befragten wegen Künstlicher Intelligenz Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz machen, zeigt das: Die Menschen sind alarmiert! Und zwar durchaus zu Recht. KI-Anwendungen sind in vielen Bereichen schneller und machen weniger Fehler als Menschen. Allerdings muss es immer eine menschliche Kontrollinstanz geben. KI wird also nicht einfach Angestellte ersetzen. „Eine Fachkraft mit KI-Kompetenzen wird jedoch wahrscheinlich einen oder sogar mehrere Mitarbeiter:innen ohne diese Fähigkeiten ersetzen.“, schreibt EY-Partner Dr. David Alich.

Noch ist es hierzulande nicht soweit. Jedenfalls gibt es keine verlässlichen Daten über den KI-bedingten Arbeitsplatzabbau. Anders als in den USA, zum Beispiel. Dort hat die Arbeitsvermittlungsfirma Firma Challenger, Gray & Christmas in einer Studie ermittelt, dass KI von den befragten Unternehmen als Hauptgrund für angekündigte oder vollzogene Job-Streichungen genannt wurde. Diese Verlustangst hat dort vielerorts schon zu größeren Protesten der Bevölkerung geführt. Und auch dazu, dass US-Präsident Donald Trump in der Folge laut über mehr Regulierung in der KI-Branche nachgedacht hat. Passiert ist aber bislang nicht viel. In Deutschland ist man da schon einen Schritt weiter. Die „Nationale Strategie für Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung berücksichtigt ausdrücklich auch die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt und den Arbeitsmarkt. Ganz konkret wurden bereits so genannte Zukunftszentren gebildet, die unter anderem KI-Qualifizierungsangebote für Unternehmen und ihre Beschäftigten anbieten.

Weiterbildung, das wird die zentrale Aufgabe sein, um Beschäftigung zu erhalten, da sind sich viele Experten einig. Lebenslanges Lernen ist ein weiteres Schlagwort. Es wird darauf ankommen, wie gut Menschen darauf vorbereitet werden können, anders zu arbeiten oder andere Aufgaben zu übernehmen. Konkret geht es aber darum, erst einmal KI-Kenntnisse aufzubauen. Viele Unternehmen haben das schon erkannt und setzen auf gezielte Schulungen ihrer Mitarbeitenden. Sie berichten von einer hohen Akzeptanz für solche Weiterbildungen in der Belegschaft, wohl auch, weil man sich davon mehr Jobsicherheit verspricht. Laut der EY-Studie stieg der Anteil der Beschäftigten, die Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Künstlicher Intelligenz nutzen, in Deutschland von 37 Prozent im Jahr 2024 auf 63 Prozent in 2025. Allerdings liege der Anteil derjenigen, die mit den Weiterbildungsmöglichkeiten zum Thema KI zufrieden sind erst bei 25 Prozent. 40 Prozent wünschten sich dagegen ein größeres und besseres Weiterbildungsangebot seitens ihrer Arbeitgeber.

Parallel zu internen KI-Schulungen achten Unternehmen bei Neueinstellungen darauf, dass Bewerber KI-Fähigkeiten mitbringen. Ähnlich wie bislang die Beherrschung von Microsoft-Office-Anwendungen wie Excel oder PowerPoint, werden zunehmend KI-Skills bereits im Anforderungsprofil von Stellenanzeigen gefordert. Oft würden gleich die Modelle genannt, die ein:e Bewerber:in nutzen können soll – bei den universellen Modellen etwa ChatGPT und Microsoft Copilot oder Tools für spezielle Branchenanwendungen, heißt es im KI-Kompetenzmonitor der Personalmarktforschung Index Research für das erste Quartal 2026.

Wie die heutigen Jobs in ein paar Jahren zugeschnitten sein werden, lässt sich schwer voraussagen. Sicher dürfte nur sein, dass sie anders aussehen als heute. Manche Erkenntnis könnte überraschen. So wie heute schon die, über die der Harvard Business Review berichtet. Er zitiert zwei US-Forscherinnnen, die herausgefunden haben, dass Mitarbeitende durch KI einen höheren Grad an Stress verzeichneten. Sie setzten sich selber stark unter Druck, die gewonnene Zeit möglichst effizient einzusetzen. Das setzte eine Eigendynamik in Gang, an deren Ende viele erschöpfter waren als ohne die Unterstützung durch KI.

„Karriere im Familienunternehmen“ als Initiative des Entrepreneurs Clubs hat sich zum Ziel gesetzt, Fach- und Führungskräfte über das Karriereumfeld in der Unternehmensklasse der Familienunternehmen aufzuklären. Die Ergebnisse langjähriger wissenschaftlicher Forschung und Praxiserfahrung in der Zusammenarbeit mit großen Familienunternehmen sind Basis eines crossmedialen übergeordneten Marketingkonzepts unter der Dachmarke „Karriere bei Deutschlands führenden Familienunternehmen“.

Ausbildung / Jobs / Künstliche Intelligenz / Arbeitsmarkt / Weiterbildung / EY European AI Barometer / Nationale KI-Strategie
[pressebox.de] · 07.07.2026 · 16:21 Uhr
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