KI: Tuning-Faktor der IT-Transformation
Interview mit Patric Dahse, CEO, Natuvion

27. Juli 2026, 09:41 Uhr · Quelle: Pressebox
IT-Transformationen werden durch KI skalierbar und datenbasiert, statt manuell und statisch.

Otterfing, 27.07.2026 (PresseBox) - IT-Transformationen erfordern ein Maximum an Flexibilität. Das ist das zentrale Ergebnis der neuen IT-Transformationsstudie von Natuvion und NDBS.

Demnach muss in 71 Prozent aller weltweit durchgeführten Transformationen im Laufe des Projekts die Migrationsmethode angepasst werden. Darüber sprach it management Chefredakteur Ulrich Parthier mit Patric Dahse, CEO von Natuvion.

KI ist in aller Munde. Viele Anbieter schmücken inzwischen jedes zweite Produkt mit dem KI-Label. Wie bewerten Sie den Hype rund um KI in der IT-Transformation?

Patric Dahse: In den vergangenen Jahren waren IT-Transformationen vor allem eines: zu langsam, zu teuer und viel zu abhängig von manueller Expertenarbeit. Unsere Studie zeigt, dass Transformationsprojekte durchschnittlich knapp zwei Jahre dauern und zwischen fünf und zwanzig Millionen Euro kosten. Das ist für viele Unternehmen wirtschaftlich kaum noch vertretbar. Jetzt sind wir an einem Wendepunkt, denn KI macht Transformationen skalierbar und wiederholbar – quasi industrialisierbar.

Interessant. Was konkret meinen Sie mit der Industrialisierung von Projekten?

Patric Dahse: IT-Transformationen müssen aufhören, hochbezahlte Improvisationsprojekte zu sein. Weniger Zufall, weniger Bauchgefühl, weniger manuelle Arbeit – dafür mehr Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen. Genau dort setzen wir an. Wer heute noch glaubt, man könne milliardenschwere Systemwechsel wie vor zehn Jahren steuern, ignoriert die Realität.

Und was macht Natuvion anders bzw. besser?

Patric Dahse: KI entfaltet ihren Wert in der IT-Transformation nicht allein durch die Technologie selbst, sondern durch die Qualität der Daten, deren Kontextuierung und die jahrzehntelange Erfahrung, die man ihr mitgibt. Ohne strukturierte, maschinenlesbare Projekterfahrung gilt auch hier: „Shit in, shit out“. Genau das unterscheidet Natuvion von vielen aktuellen Marktteilnehmern. Während heute häufig große KI-Versprechen gemacht werden – teilweise von Unternehmen, die bislang kaum praktische Erfahrung in komplexen IT-Transformationen gesammelt haben – basiert unser Ansatz auf realen Projektdaten aus jahrzehntelanger Transformationserfahrung.

Wir haben über viele Jahre Wissen über Prozesse, Abhängigkeiten und typische Transformationsrisiken aufgebaut und in eine Form gebracht, die KI nutzen kann. Erst dadurch wird Automatisierung intelligent. KI ersetzt also nicht die Erfahrung – sie skaliert Erfahrung. Genau darin liegt unser Mehrwert: Wir kombinieren tiefes Transformations-Know-how mit KI, um Projekte schneller, transparenter und qualitativ besser umzusetzen.

Wie muss man sich das in der Praxis vorstellen?

Patric Dahse: Die KI zieht sich durch unsere gesamte Data Conversion Suite. Genau das fehlt anderen Ansätzen: Durchgängigkeit. Wir verbinden reale Transformationsdaten mit einer Plattform, die den gesamten Prozess abbildet. Mit unserer Analyse sorgen wir für Transparenz, was insbesondere bei Systemlandschaften, die oft über Jahrzehnte gewachsen sind, sehr anspruchsvoll ist. Während der Transformation automatisieren wir die Regeln sowie das Mapping der Datenobjekte, die an fachliche Prozesse gekoppelt sind. In der Validierung sichern wir die Qualität KI-gestützt ab und sorgen für eine belastbare Archivierung. Entscheidend ist aber, dass unsere KI permanent dazu lernt. Jede Transformation verbessert die nächste. Dadurch entsteht ein Skaleneffekt, den klassische Beratungsmodelle nicht haben.

Lassen Sie uns über Ihre Transformationsstudie sprechen. Darin gaben 71 Prozent der Unternehmen an, dass sie ihre Migrationsmethodik im Projektverlauf anpassen mussten.

Patric Dahse: Eine gewaltige Zahl, die eine Art Offenbarungseid ist. Denn sie sagt nichts anderes als dass knapp Dreiviertel aller Projekte anders laufen als geplant. Ein riesiges Problem, denn die meisten Transformationen sind nach wie vor zu statisch und zu wenig datengetrieben. Genau hier kann unsere KI ihre Stärke ausspielen, weil sie die dynamische Steuerung von Projekten ermöglicht – basierend auf Echtzeitdaten und Expertise.

Also keine klassischen Vorgehensweisen mehr?

Patric Dahse: Nein, klassische Methoden und Projektmodelle bleiben weiterhin wichtig. Gerade bei großen Transformationen braucht es klare Strukturen, Prozesse und Planung. Entscheidend ist heute aber, dass Unternehmen deutlich dynamischer auf Veränderungen und Unsicherheiten reagieren können als früher. KI hilft uns dabei, genau diese Dynamik besser zu beherrschen. Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass KI große Mengen an Echtzeitdaten analysieren und Muster erkennen kann, basierend auf der Erfahrung aus tausenden Transformationsszenarien. Dadurch werden Projekte nicht weniger planbar, sondern robuster und transparenter. KI ergänzt also klassische Vorgehensweisen und macht sie anpassungsfähiger.

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IT-Transformation / Künstliche Intelligenz / Natuvion / Migrationsmethodik / Data Conversion Suite / Software
[pressebox.de] · 27.07.2026 · 09:41 Uhr
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