Kalifornien auf Kurs: Demokraten gewinnen Abstimmung zur Wahlkreisreform
Im Wettlauf um die künftige Mehrheit im US-Repräsentantenhaus verzeichnen die Demokraten einen wichtigen Erfolg in Kalifornien. Bei einer vorgezogenen Abstimmung haben die kalifornischen Wähler eine Wahlkreisreform verabschiedet, die den Demokraten neue Chancen eröffnet. Dadurch erhoffen sich die Demokraten, durch günstigere Zuschnitte der Wahlkreise, die Möglichkeit, bis zu fünf zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus in Washington sichern zu können. Gouverneur Gavin Newsom und die demokratischen Repräsentanten Kaliforniens hatten die Abstimmung über den Antrag "Proposition 50" angestoßen.
Diese Initiative war eine direkte Reaktion auf vergleichbare Bestrebungen der Republikaner, insbesondere in Texas, die von Donald Trump unterstützt werden. Dort steht ebenfalls eine Änderung der Wahlkreisgrenzen an, mit dem Ziel, die republikanische Sitzanzahl im Repräsentantenhaus weiter zu festigen. Der derzeitige Vorsprung der Republikanischen Partei im Kongress ist denkbar knapp. Umso mehr setzen die Demokraten darauf, bei den bevorstehenden Wahlen 2026 die Mehrheit zu erringen.
Die ungleichmäßige Verteilung von republikanischen und demokratischen Anhängern in Kalifornien und Texas ermöglicht durch Anpassungen der Wahlkreisgrenzen eine Verschiebung der politischen Machtverhältnisse. Kalifornien, der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA, entsendet derzeit neun republikanische und 43 demokratische Abgeordnete nach Washington. Anders als in Texas erfordert der Neuzuschnitt der Wahlbezirke in Kalifornien die Zustimmung der Wähler, während normalerweise eine unabhängige Kommission die Grenzen bestimmt. Seit jeher ziehen beide Parteien aus taktischen Gründen Nutzen aus dem sogenannten "Gerrymandering". Doch die diesjährige Abstimmung in Kalifornien könnte die politische Landschaft im Repräsentantenhaus nachhaltig verändern.

