Johnson & Johnson verstärkt Engagement bei neurologischen Erkrankungen mit Milliardenübernahme
Johnson & Johnson, der weltweit agierende Gesundheitskonzern, investiert über 14 Milliarden Dollar, um sein Engagement bei der Behandlung von zentralen Nervensystemerkrankungen auszuweiten. Der Konzern übernimmt das US-Unternehmen Intra-Cellular Therapies und zahlt 132 Dollar pro Aktie, was einem Aufschlag von 39 Prozent auf den Schlusskurs von 94,87 Dollar am vergangenen Freitag entspricht.
Im Handel am Montag kletterten die Aktienkurse beider Unternehmen infolge der Ankündigung. Intra-Cellular Therapies entwickelt das Medikament Caplyta, eine einmal täglich einzunehmende Tablette zur Behandlung von Schizophrenie und bipolarer Depression. Allein im dritten Quartal des letzten Jahres erzielte das Medikament einen Umsatz von 175 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 38 Prozent bei den Verschreibungen entspricht.
Das Unternehmen plant, seine Vertriebsstruktur zu erweitern, um Chancen im Bereich der Allgemeinmedizin besser nutzen zu können. Zudem strebt es die Zulassung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für den Einsatz von Caplyta als unterstützende Behandlung bei schweren Depressionsstörungen an. Laut FactSet-Daten wird erwartet, dass der Umsatz des Medikaments im kommenden Jahr über eine Milliarde Dollar hinauswächst und bis 2028 die Marke von 2,5 Milliarden Dollar übersteigt.
Intra-Cellular arbeitet zudem an weiteren vielversprechenden Medikamenten, darunter mögliche Behandlungen für Angstzustände sowie Psychosen und Erregungszustände im Zusammenhang mit Alzheimer, die sich derzeit in der mittleren Testphase befinden.
Johnson & Johnson, mit Sitz in New Brunswick, New Jersey, plant die Übernahme, die auf etwa 14,6 Milliarden Dollar beziffert wird, mit einer Mischung aus Barreserven und Schulden zu finanzieren. Die beiden Unternehmen gehen davon aus, dass die Transaktion noch im Laufe dieses Jahres abgeschlossen wird.
Nur wenige Tage vor der Übernahme einigte sich Intra-Cellular in einem Patentstreit auf eine Regelung bezüglich der Markteinführung einer günstigeren Generikaversion von Caplyta in den USA. Diesbezüglich hat das Unternehmen einige Details offengelassen, aber Sandoz Inc. könnte einen Generikanfang 2040 oder unter nicht näher beschriebenen Bedingungen früher vermarkten.
Der Übernahmedeal wurde den zuständigen US-Behörden zur Prüfung vorgelegt, und einige Patentverfahren sind weiterhin anhängig. Die Aktien von Intra-Cellular, ansässig in Bedminster, New Jersey, sprangen am Montag um etwa 34 Prozent auf 127,10 Dollar. Die Johnson & Johnson-Aktie legte um 1 Prozent auf 143,45 Dollar zu.

