Jenoptik setzt auf Halbleiter-Aufschwung im zweiten Halbjahr trotz aktuellem Rückgang
Der Technologiekonzern Jenoptik sieht sich im schwierigen ersten Quartal mit herausfordernden Marktbedingungen konfrontiert, insbesondere im Halbleiterausrüstungsgeschäft. Umsatz und Ergebnis verfehlten das Vorjahresniveau, was den Kurs der Aktie am Dienstagvormittag um über drei Prozent absacken ließ und sie damit zu einem der größten Verlierer im MDax machte.
Der Vorstandsvorsitzende Stefan Traeger bleibt dennoch optimistisch: Er erwartet eine Nachfragebelebung im Verlauf des Jahres und hält an den gesteckten Jahreszielen fest. Dennoch warnt er vor gestiegenen Unsicherheiten hinsichtlich der Zeitpunkt- und Intensitätsprognose des erwarteten Aufschwungs. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel um 18,6 Prozent auf 36,2 Millionen Euro, wobei die Ebitda-Marge auf 14,9 Prozent schrumpfte. Dies ist teils auf Kosten im Zusammenhang mit dem Standortumzug nach Dresden zurückzuführen, wo jüngst eine neue Fabrik für Mikrooptiken eröffnet wurde.
Der Umsatz reduzierte sich um beinahe fünf Prozent auf rund 244 Millionen Euro. Ein schwacher Automarkt sowie geringere Erlöse im Lithografiebereich trugen hierzu bei. Auch der Auftragseingang verzeichnete einen Einbruch von knapp 16 Prozent und erreichte lediglich etwa 205 Millionen Euro. Analysten hatten sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis und dem Auftragseingang bessere Ergebnisse erwartet.
Der Nettogewinn verringerte sich um gut 40 Prozent auf 9,2 Millionen Euro. Ungeachtet dessen sieht Jenoptik für das Gesamtjahr den Umsatz auf Vorjahresniveau von 1,12 Milliarden Euro. Die operative Ebitda-Marge soll zwischen 18 und 21 Prozent rangieren, wobei die Investitionen signifikant unter den 114,6 Millionen Euro des Vorjahres bleiben sollen. All das reflektiert die gegenwärtige Marktunsicherheit, gepaart mit verstärkten Handelsrisiken aufgrund anhaltender Zolldiskussionen.
Der aus dem Carl-Zeiss-Konzern hervorgegangene Konzern treibt seinen Wandel in Richtung Photonik weiter voran. Zu den strategischen Wachstumsmärkten zählen Halbleiter, Elektronik sowie Medizintechnik, Biowissenschaften und Smart Mobility. Jenoptik hatte sich im Vorjahr von seiner Militärtechniksparte Vincorion getrennt und dafür das Portfolio durch Akquisitionen wie Trioptics, einem Hersteller optischer Messsysteme, gestärkt.
Die geplante Veräußerung des Automatisierungsspezialisten Prodomax bleibt aktuell, während die Beteiligung Hommel-Etamic weiterhin im Konzern gehalten wird. Jenoptik beschäftigt etwa 4.300 Mitarbeiter und ist eines der wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Das Kerngeschäft liegt im Bereich optische Systeme, Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen sowie Lösungen in der Verkehrsüberwachung.

