Italienisches Gericht verhandelt über brisante Auslieferung eines Ukrainers
In einem hochbrisanten Fall berät ein italienisches Berufungsgericht in Bologna erneut über die Auslieferung eines mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines an Deutschland. Nachdem Italiens oberstes Gericht die zunächst bewilligte Übergabe des 49-jährigen Ukrainers Serhij K. aufgrund von Verfahrensfehlern gestoppt hatte, liegt der Fall nun erneut bei den Richtern in Bologna, die in neuer Besetzung über die Auslieferung entscheiden müssen.
Der Beschuldigte wurde Ende August an der italienischen Adriaküste festgenommen, wo er mit seiner Familie urlaubte. Ursprünglich hatte das Berufungsgericht Mitte September einer Auslieferung bereits zugestimmt, doch der Verteidiger von Serhij K. legte erfolgreich Berufung ein, sodass der Kassationsgerichtshof in Rom den Fall zurück nach Bologna verwies. Der Vorwurf der Bundesanwaltschaft gegen den Ukrainer lautet gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage. Ein anstehender Prozess in Deutschland könnte potenziell in Hamburg stattfinden.
Dieser Fall zieht aufgrund der enormen geopolitischen Bedeutung der Nord-Stream-Pipelines auch international viel Aufmerksamkeit auf sich. Man darf gespannt sein, wie das italienische Gericht in dieser Angelegenheit entscheiden wird.

