Israel fordert Rückgabe der Geiselleichen: Droht eine Wiederaufnahme der Kämpfe?
Die angespannte Lage im Nahen Osten steht erneut vor einem kritischen Punkt. Israel hat die islamistische Hamas ultimativ zur Übergabe aller toten Geiseln aufgefordert und droht im Falle der Nichterfüllung die Waffenruhe im Gazastreifen aufzukündigen. Verteidigungsminister Israel Katz betont, dass das bestehende Abkommen sowohl die Entwaffnung der Hamas als auch die Freigabe aller Geiseln, lebend oder tot, verlangt. Bleibt diese Forderung unerfüllt, soll das Militär laut Anordnung des Ministers präpariert für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen sein.
Bereits wurden zwei weitere Geiselleichen übergeben, nach Angaben der Hamas seien dies die letzten erreichbaren sterblichen Überreste. Die israelische Armee bestätigt die Identität der Leichen als Geiseln, eine Frau und ein Mann. Dennoch bestehen Diskrepanzen zwischen den geforderten 28 Geiselleichen und den bisher übergebenen zehn, von denen eine sogar keine Geisel zu sein scheint. Die Hamas gibt an, dass weitere Bergungen nur mit außerordentlichen Mitteln und Ausrüstung möglich seien.
Das widerspricht den Informationen der israelischen Behörden, die den Zugang der Hamas zu mindestens zehn weiteren Leichen vermuten. Dennoch wird von den USA nicht davon ausgegangen, dass die Hamas das Abkommen verletzt. Vielmehr hat sie laut Vermittlern zugesichert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihrer Pflicht nachzukommen.
CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter unterstreicht die Wichtigkeit der Übergabe für den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump und sieht die Entwaffnung der Hamas als schwierig, aber unerlänglich für die nachhaltige Umsetzung des Plans. Trotz der Bemühungen beider Seiten bleibt der Konflikt schwelend, da sowohl israelische als auch US-Beamte befürchten, dass politische Hardliner das Waffenruhe-Abkommen gefährden könnten.
US-Präsident Donald Trump läßt durchblicken, dass Israel mit seiner Erlaubnis die Kämpfe wieder aufnehmen dürfe, sollte die Hamas das Abkommen weiterhin nicht vollständig erfüllen. Die Trump-Regierung zeigt sich entschlossen, in die zweite Phase des Abkommens überzuleiten, die ein Abziehen der israelischen Streitkräfte aus Gaza und die Entwaffnung der Hamas umfasst, vorbehaltlich der vollständigen Rückgabe aller Geiselleichen. Ein ranghoher US-Berater beschreibt die angestrebte demilitarisierte Zone als herausfordernd.
Gemeinsame Anstrengungen mit Israel sollen eine Sicherheitszone im Gazastreifen schaffen, um palästinensische Zivilisten zu schützen – ein Vorhaben, das durch Berichte über Hinrichtungen durch die Hamas notwendig wird. Trumps 20-Punkte-Plan sieht in der nächsten Phase eine technokratische Regierung für den Wiederaufbau Gazas vor und schließt die Hamas aus, während eine internationale Friedenstruppe die Sicherheit gewährleisten soll. Die Zusagen zur Entsendung von Truppen sind noch unklar, es bleibt viel diplomatische Arbeit zu leisten.

