Immer mehr Steuersünder nutzen Selbstanzeige
In Bayern lagen bis Donnerstagabend 231 Selbstanzeigen bei den Finanzbehörden vor, wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Freitag auf dpa-Anfrage sagte.
Bundesweit waren in den vergangenen zwei Wochen in den Finanzämtern mehrere hundert Meldungen eingegangen. Insgesamt dürfte die Zahl der Steuersünder-Selbstanzeigen aber noch deutlich höher liegen: In einigen Regionen liegen noch keine Übersichten vor. Bei einer Selbstanzeige muss der Betroffene nur die Steuern und Zinsen nachzahlen, eine Strafe droht nicht - außer, der Fall ist den Behörden schon bekannt. Mehreren Bundesländern waren in den vergangenen Wochen Steuersünder-Dateien angeboten worden.
Die Berliner Finanzbehörden registrierten bis zum Freitag 112 Selbstanzeigen von Bürgern, die ihr Schwarzgeld in der Schweiz angelegt haben. Außerdem hätten sich zwei Berliner gemeldet, die ihr Geld in Luxemburg vor dem Finanzamt versteckt haben. Wie hoch mögliche Nachzahlungen sein könnten, wurde nicht bekannt.
In Hamburg hat die Furcht vor Entdeckung bis Donnerstagabend 88 mutmaßliche Steuerhinterzieher zur Selbstanzeige getrieben. «Und ein Ende ist nicht absehbar», sagte ein Behördensprecher am Freitag. Die Summe der nachträglich zu versteuernden Kapitalbeträge habe sich von 3 auf 63 Millionen Euro erhöht.

