Hoffnung in Zeiten der Not: WHO fordert bessere medizinische Versorgung im Gazastreifen
Im Gazastreifen herrscht weiterhin eine akute medizinische Notlage, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt. Zahlreiche Amputationen könnten laut WHO vermieden werden, jedoch sind die Krankenhäuser nicht ausreichend ausgestattet, um frühzeitig Hilfe zu leisten. Diese alarmierenden Informationen wurden in einer Videoschaltung aus Jerusalem und Rafah im Süden des Gazastreifens mit der Presse in Genf geteilt.
Die Gründe für verzögerte medizinische Versorgung sind vielfältig, so der WHO-Vertreter für die Palästinensischen Gebiete, Rik Peeperkorn, und der Koordinator der WHO-Notärzteteams, Sean Casey. Aufgrund der anhaltenden Kämpfe erreichen Verletzte oft zu spät die Krankenhäuser. Zudem fehlen dringend benötigte Spezialisten wie Gefäßchirurgen vor Ort. Die Überlastung der Krankenhäuser und belegte Operationssäle für lebensrettende Eingriffe erschweren die Situation zusätzlich. Peeperkorn verdeutlichte diese tragische Wirklichkeit: "Ich habe noch nie so viele Amputierte gesehen, auch viele Kinder."
Betroffen von der mangelnden medizinischen Versorgung sind vor allem die frisch Amputierten in Rafah. Berichten zufolge betteln sie in ihren Betten um Essen und Wasser. Die Lieferungen reichen jedoch nicht aus, um alle Bedürftigen zu erreichen, insbesondere im Norden des Gebiets. "Dort haben alle Hunger", berichtet Casey. Gegenwärtig funktionieren laut Peeperkorn nur 15 der ehemals 36 Krankenhäuser teilweise. Zusätzlich gibt es drei Feldlazarette. Die WHO-Vertreter fordern erneut eine sofortige Feuerpause, um die Versorgung der Menschen zu verbessern.
Die Situation im Gazastreifen ist geprägt von anhaltenden Konflikten zwischen israelischen Truppen und palästinensischen Terrorgruppen. Infolgedessen sind seit dem 7. Oktober etwa 23.000 Menschen ums Leben gekommen – dies entspricht einem Prozent der Bevölkerung. Mehr als 50.000 Menschen sind nach Angaben der WHO teilweise schwer verletzt. (eulerpool-AFX)

