Herausforderungen bei der Unterbringung von Schutzsuchenden lichten sich leicht, bleiben aber bestehen
Die angespannte Situation vieler Kommunen in Bezug auf die Unterbringung von Schutzsuchenden hat sich durch den Rückgang an Asylsuchenden etwas entspannt. Dennoch bleibt der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ein dominierendes Problem und erschwert die Lage in Schulen und auf dem Arbeitsmarkt, wie eine aktuelle Erhebung im Auftrag des Mediendienstes Integration zeigt.
Laut der Untersuchung, an der 894 Kommunen bundesweit teilnahmen, befinden sich derzeit etwa elf Prozent im "Notfallmodus" bei der Unterbringung. Rund 17 Prozent der Kommunen kommen ohne größere Schwierigkeiten zurecht, während 72 Prozent die Situation als "herausfordernd, aber machbar" bewerten. Besonders in Ostdeutschland scheint die Lage weniger angespannt, ausgenommen Berlin. Ein weiterer Druckpunkt ist die zunehmende Obdachlosigkeit von nicht geflüchteten Menschen.
Ein zusätzliches Problem stellt die "Auszugskrise" dar, bei der Geflüchtete mangels bezahlbarer Wohnungen in staatlicher Unterbringung verbleiben. Experten führen den Rückgang der Asylanträge auf neue Grenzkontrollen und Veränderungen in der internationalen Migrationspolitik zurück.
Etwa 80 Prozent der Kommunen suchen nach privaten Wohnmöglichkeiten für Geflüchtete, während 63 Prozent auf kommunalen Wohnraum zurückgreifen. Die Erhebung zeigt ebenfalls, dass sich die Situation in fast der Hälfte der Kommunen verbessert hat, während ein erschwerter Standpunkt in Regionen mit mehrstufigem Unterbringungssystem deutlich wird.
Klaus Ritgen vom Deutschen Landkreistag mahnt, die Entspannung bei Asylanträgen nicht als generelle Verbesserung zu verstehen. Vor allem die Integrationsthematiken bleiben zahlreich ungelöst. Bereitstellung und Verarbeitung der Antragsflut belastet die Ausländerbehörden weiterhin erheblich. Insbesondere Großstädte schätzen die Lage als so ernst ein, dass sie von einem "Notfallmodus" sprechen.

