Hausbau-Flaute in England: Steigende Kosten bremsen Bauprojekte aus
In nahezu der Hälfte Englands ist der Hausbau finanziell nicht tragfähig, warnt die Immobilienplattform Zoopla. Die Kostensteigerungen, bedingt durch Zinsen, Inflation und Bürokratie, haben das Wachstum der Immobilienpreise überholt. Dies führt dazu, dass Entwickler in vielen Landesteilen Verluste verzeichnen könnten. Seit 2022 sind die Baukosten für neue Häuser um 17 Prozent gestiegen, während die durchschnittlichen Verkaufspreise nur um 1 Prozent zugenommen haben, berichtet Zoopla.
Laut Richard Donnell, Geschäftsführer bei Zoopla, kann das Regierungsziel „build baby build“ nur in den kostspieligeren Regionen des Landes erreicht werden. Vor allem im Norden Englands ist die Rentabilität des Hausbaus besonders stark eingeschränkt. In der Region County Durham im Nordosten beispielsweise sind 72 Prozent der Gebiete als unrentabel identifiziert worden.
Diese Entwicklungen stellen einen Rückschlag für Sir Keir Starmers Plan dar, bis zum Ende der Parlamentsperiode 1,5 Millionen neue Häuser zu bauen. Auch Steve Reed, der neue Wohnungsbauminister, hatte diese Ambitionen geäußert. Die Regierung plant, die Bauquoten durch Reformen im Bauleitplanungswesen zu erhöhen. Dies schließt verpflichtende Wohnbauziele für Gemeinden und gelockerte Vorschriften für Bauten auf minderwertigem Grüngürtel-Land mit ein.
Dennoch beklagen Branchenführer, dass das Planungsverfahren immer noch zu langsam und kostspielig ist. Zusätzlich stellen sich Bauunternehmen auf neue finanzielle Belastungen durch die Building Safety Levy und die Future Homes Standard ein. Der Hausbau in England befindet sich weiterhin auf einem Tiefpunkt seit fast einem Jahrzehnt, mit einem Rückgang der ausgestellten Energieausweise für neue Häuser um 8 Prozent bis Juni 2025. Das Wohnungsbauministerium wurde um eine Stellungnahme gebeten.

