Großes Potenzial für Kohlenstoff-Reduktion: DACLab zieht Aufmerksamkeit mit effizienter Technologie auf sich
Globale Anstrengungen zur Reduktion von Kohlenstoffemissionen sind bisher unzureichend, da die weltweiten Emissionen im letzten Jahr einen historischen Höchststand erreichten. Die Lösung könnte in der direkten CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre liegen, was jedoch mit erheblichen Energiekosten verbunden ist. Das Startup DACLab präsentiert eine vielversprechende Alternative: Die Firma senkt den Energieaufwand für die Entnahme einer Tonne CO₂ auf 1.500 kWh. Dies ist bemerkenswert niedriger als die 2.000 kWh, die von vielen als Branchenstandard erwartet werden.
Nach vier Jahren im Verborgenen tritt DACLab nun mit einer Anschubfinanzierung von 3 Millionen US-Dollar ins Rampenlicht. Zu den Investoren zählen unter anderem Peter Relan, ein früher Discord-Investor, sowie Dave Roux von Silver Lake und Jane Woodward von WovenEarth Ventures. Die Technologie des Startups basiert auf einem zweigeteilten Verfahren, das bereits in der industriellen Anwendung bewährt ist. Kohlenstoffdioxid wird zunächst absorbiert und anschließend in einem separaten Prozess mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen von 70˚ C freigesetzt.
Ursprünglich aus der Kooperation mit der TU Wien und Shell hervorgegangen, hat DACLab seine Technologie für die direkte Luftabscheidung angepasst und bereits zwei Einheiten gebaut, die je 100 Tonnen pro Jahr absorbieren können. Ihr Blick ist auf die Zukunft gerichtet: Weitere Einheiten mit Kapazitäten von 1.000 und 5.000 Tonnen werden für den Einsatz in Washington State und Kenia geplant. Die Preismarke für ihre 100-Tonnen-Einheit liegt bei unter 500.000 US-Dollar, womit das Unternehmen sowohl Öl- und Gasfirmen als auch Entwickler von Kohlenstoffprojekten ansprechen will.
Langfristig strebt DACLab an, den Energieverbrauch weiter zu senken. Sollte die Technologie den Verbrauch auf unter 1.000 kWh reduzieren, könnte der Preis pro Tonne CO₂ auf 250 US-Dollar fallen. CEO Aditya Bhandari verspricht keine utopischen Preise, sondern setzt auf ein realistisch machbares Ziel: die Neubelebung einer Industrie im Schatten vieler unerfüllter Versprechen.

