Gold als sicherer Hafen: US-Zollpolitik treibt Edelmetall zu neuen Höhen
Die jüngsten Entwicklungen in der US-amerikanischen Zollpolitik haben einen spürbaren Einfluss auf die Finanzmärkte genommen. Anleger, verunsichert durch mögliche weitreichende Folgen, haben zunehmend den sicheren Hafen Gold aufgesucht. Diese Dynamik hat dazu geführt, dass der Preis für eine Feinunze am Freitag auf ein Rekordhoch von 3.237 US-Dollar an der Londoner Börse geklettert ist, nachdem er erstmals die Marke von 3.200 US-Dollar überschritten hatte.
Fachleute sehen weiterhin Potenzial für einen weiteren Preisanstieg, sollte die US-Notenbank Fed intervenieren. Obwohl Präsident Trump in seiner aggressiven Zollpolitik nach erheblichen Marktverwerfungen etwas zurückhaltender agiert, hat der Goldpreis in den letzten drei Tagen beachtlich an Wert gewonnen – ein Plus von etwa acht Prozent. Seit Trumps Amtsantritt im Januar verzeichnet Gold insgesamt einen Anstieg von rund 18 Prozent.
Die Kernursache für den aktuellen Höhenflug bleibt die unsichere Zollpolitik der neuen US-Regierung, die Ängste vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft schürt und Anleger in Richtung sicherer Assets wie Gold treibt. Dazu trägt auch China bei, das im Handelsstreit die Gegenzölle auf US-Importe auf bis zu 125 Prozent angehoben hat.
Diese Entwicklungen führten zu einem weiteren Aufwärtsschub am Goldmarkt. Analyst Jens Klatt vom Online-Broker XTB spricht von einem Ost-West-Konflikt mit zentralen Auswirkungen auf den Goldpreis. Auch die Schwäche des US-Dollars spielt eine Rolle: Der Dollar steht im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen unter Druck, während der Euro seinen höchsten Stand seit Februar 2022 erreichte. Gold als in Dollar gehandeltes Gut profitiert von diesem Umstand, da die Nachfrage durch die Dollarschwäche gefördert wird. In Euro liegt der Goldpreis unter dem letzten Rekord, wurde jedoch am Morgen in Höhe von 2.835 Euro verzeichnet.
Alexander Zumpfe von Heraeus kommentiert die Lage mit einem Szenario, das Gold als Krisenwährung attraktiver macht: die steigende Gefahr einer globalen Rezession einhergehend mit anziehenden Renditen von US-Staatsanleihen und einem schwächelnden Dollar. Trotz laufender Verhandlungen der USA mit diversen Handelspartnern bleibt am Rohstoffmarkt die Skepsis, ob baldige Einigungen möglich sind. Dominic Schnider von UBS zeigt sich optimistisch für das Edelmetall und sieht die Möglichkeit einer Fed-Intervention als weiteres Potenzial für Gold.

