Globale Pharmaunternehmen rüsten sich gegen drohende US-Zölle
Während die Trump-Administration in den USA erhebliche Zölle auf pharmazeutische Importe in Erwägung zieht, fahren internationale Pharmakonzerne ihre Fertigungskapazitäten in den USA hoch und bauen ihre Lagerbestände aus. Insbesondere Konzerne mit Verbindungen nach Großbritannien, der EU, Südkorea und Japan scheinen in einer besseren Ausgangslage, da diese Länder vorteilhafte Abkommen mit Zollsätzen von maximal 15% gesichert haben. Viele Unternehmen weltweit agieren jedoch mit Vorsicht und warten auf weitere Klarheit über die endgültigen Zollsätze. In der Zwischenzeit ergreifen Arzneimittelhersteller Maßnahmen, um ihre Lieferkettenrisiken zu reduzieren und Anleger zu beruhigen.
Die britische GSK plant, innerhalb der nächsten fünf Jahre 30 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung sowie die Infrastruktur in den USA zu investieren. Eli Lilly beabsichtigt, 5 Milliarden Dollar in den Bau einer Produktionsstätte in Virginia zu stecken. Dies ist Teil einer umfassenderen 27-Milliarden-Dollar-Erweiterung über fünf Jahre. Johnson & Johnson erhöht seine Investitionen in den USA um 25% auf 55 Milliarden Dollar in den nächsten vier Jahren mit dem Bau mehrerer Standorte, darunter ein Werk in Wilson, North Carolina. Roche kündigte im April an, in den nächsten fünf Jahren 50 Milliarden Dollar in den USA zu investieren, und zusätzlich 550 Millionen Dollar zur Erweiterung seines Standorts in Indianapolis. AstraZeneca will bis 2030 50 Milliarden Dollar in die US-Fertigung stecken, wobei ein Großteil in eine neue Wirkstoffanlage in Virginia fließt. Novartis plant, über 23 Milliarden Dollar für den Bau und die Erweiterung von 10 Anlagen in den USA auszugeben. Sanofi will bis 2030 mindestens 20 Milliarden Dollar in den USA investieren, um die Produktion zu stärken. Biogen erweitert seine bestehenden Anlagen in North Carolina um 2 Milliarden Dollar. Merck hat angekündigt, 1 Milliarde Dollar in ein neues Werk in Delaware zu investieren, zudem erfolgte im März die Eröffnung einer ähnlichen Anlage in North Carolina. Amgen investiert 900 Millionen Dollar in die Erweiterung seiner Produktionsstätte in Ohio und errichtet eine neue in Holly Springs, North Carolina. Pfizer hält seine 10 US-Produktionsstandorte bereit, um mögliche Tarifeinwirkungen abzufedern. Novo Nordisk und AbbVie betonen ihre starken Positionen in den USA, während Gilead Sciences seine Investitionen um 11 Milliarden Dollar erweitert. Die indische Cipla expandiert ebenfalls in den USA, um Kapazitäten für komplexe Atemwegsprodukte auszubauen.

