Freundlicher Rückenwind für deutsche Staatsanleihen durch schwache Konjunkturdaten
Die Entwicklung der deutschen Staatsanleihen zeigt sich zum Wochenschluss von einer leichten Aufwärtsbewegung geprägt. Der Euro-Bund-Future, ein entscheidender Indikator am Anleihemarkt, verbuchte am Nachmittag ein Plus von 0,16 Prozent und erreichte damit 130,53 Punkte. Parallel dazu verringerte sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,59 Prozent.
Ausschlaggebend für diese Bewegung waren schwache Konjunkturdaten aus Deutschland, insbesondere ein unerwarteter Rückgang der Auftragseingänge im Mai. Trotz dieses Rückschritts im Vergleich zum April, der durch eine deutliche Aufwärtsrevision des Aprilwertes begünstigt wurde, bleibt die Einschätzung der Wirtschaft insgesamt stabil.
Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg kommentierte die Mai-Daten als moderaten Dämpfer, der jedoch keinen Grund zur Sorge darstellen sollte. In der Betrachtung der jüngsten Industriezahlen zeigte sich ein insgesamt solides Bild, auch wenn vereinzelt Rückschläge zu erwarten sind.
Kaum Bewegung kam unterdessen aus den USA, da aufgrund eines Feiertags keine neuen Konjunkturdaten zur Verfügung standen. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit auf die handelspolitischen Entwicklungen unter US-Präsident Donald Trump.
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, mahnt, dass potenzielle Herausforderungen in der kommenden Woche auf die Agenda rücken könnten. Trumps Ultimatum zu neuen Zollabkommen könnte kritisch werden, aber die Marktteilnehmer zeigen sich weniger beeindruckt. Viele haben eingesehen, dass während Zölle ein beständiges Thema bleiben, die US-Regierung die drastischsten Folgen hoher Zöllsätze vermeiden möchte.
Donald Trump plant ab dem 9. Juli die Einführung weiterer Zölle gegen die EU, falls in Handelsbelangen keine Übereinkunft erzielt wird.

