Fresenius Medical Care setzt auf Modernisierung und Wachstumsstrategie
Fresenius Medical Care (FMC), der globale Marktführer in der Dialyseversorgung, hat sich vorgenommen, bis Ende des Jahrzehnts seine Profitabilität signifikant zu steigern. Die Konzernchefin Helen Giza präsentierte auf einem Kapitalmarkttag in London einen ambitionierten Plan, der sowohl Einsparungen als auch gezielte Investitionen umfasst. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Einführung eines modernen Dialysegeräts, das das Kerngeschäft stärken soll. Gleichzeitig spielt die Implementierung von Künstlicher Intelligenz und eine optimierte Forschung eine wesentliche Rolle in der neuen Ausrichtung.
Trotz der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms über eine Milliarde Euro blieb die Marktreaktion gedämpft und die FMC-Aktie schloss mit einem Minus von über vier Prozent am Dax-Ende. Gleichwohl betonte Giza, dass das Unternehmen sowohl führende Behandlungsresultate als auch ein überdurchschnittliches Margenwachstum anstrebt. Bis 2030 soll eine operative Marge im mittleren Zehnerbereich erreicht werden, ein deutlicher Anstieg gegenüber den gut 9 Prozent im Jahr 2024. Dafür wird das Sparprogramm um zwei Jahre verlängert, mit dem Ziel, bis 2027 Gesamt-Einsparungen von 1,05 Milliarden Euro zu realisieren.
Gleichzeitig sind Investitionen von 0,8 bis 1,0 Milliarden Euro jährlich vorgesehen, um Innovationen zu fördern und profitables Wachstum zu sichern. Auch die Aktionäre sollen von der Strategie profitieren: Neben einer Dividendenpolitik in Höhe von 30 bis 40 Prozent des bereinigten Gewinns plant FMC ab 2025 einen gestaffelten Aktienrückkauf.
Seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 hat Giza, ehemals Finanzvorständin bei FMC, den Konzern auf Wachstumskurs gebracht, trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. Aufgrund der hohen Sterblichkeit unter Patienten blieb das Umsatzwachstum jedoch gedämpft, insbesondere in den USA. Dennoch sieht Giza ermutigende Wachstumschancen, da die Anzahl der Dialysepatienten weltweit bis 2035 auf sieben Millionen ansteigen dürfte.
Ein besonderer Fokus liegt auf sogenannten wertbasierten Versorgungsprogrammen, die zukünftig an Bedeutung gewinnen könnten. Die Strategie von FMC basiert auf der Stärkung der Dialysekompetenzen durch standardisierte Prozesse und gezielte Investitionen. Dazu gehört die Einführung eines Dialysegeräts für hochvolumige Hämodiafiltration (HVHDF), das eine effizientere Blutreinigung bei Nierenkranken ermöglicht und die Sterblichkeitsrate senken soll.
Bis 2030 sollen alle US-Kliniken mit dem neuen Dialysegerät ausgestattet werden, bis 2026 soll es umfassend im Markt etabliert sein. Das Management erwartet dadurch einerseits geringere Sterblichkeitsraten und eine höhere Effizienz im Personal, andererseits auch einen gesteigerten Marktanteil im Verkauf von Verbrauchsmaterialien.

