Fortbestehende Konflikte: Garri Kasparows kritische Prognose zur Ukraine-Krise
Garri Kasparow, der russische Exil-Oppositionelle und ehemalige Schachweltmeister, sieht wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Seiner Einschätzung nach bleibt der Krieg eine tragende Säule des russischen Regimes. Präsident Wladimir Putin stütze seine Macht zunehmend auf die Fortführung der Auseinandersetzungen, weswegen in der Politik und Propaganda keinerlei Hinweise auf Frieden erkennbar seien.
Ein Waffenstillstand bringe zusätzliche Herausforderungen für den Kreml mit sich, so Kasparow. Insbesondere die Frage der Rückkehr der russischen Soldaten, von denen viele an Gewalt und Drogen gewöhnt sind, stelle ein erhebliches Risiko für die innere Sicherheit dar. Kasparow befürchtet einen Anstieg der Kriminalität, sollte es zu einer De-mobilisierung der Truppen kommen, weshalb die Kampfhandlungen fortdauern würden, solange es die Ressourcen erlauben.
Kasparow hält die bisher geführten Gespräche über eine Friedenslösung für wenig erfolgversprechend. Die Verhandlungen, die unter US-amerikanischer Vermittlung stattfanden, betrachtet er als von Anfang an gescheitert. Statt diplomatischer Expertise hätten Geschäftsinteressen die Gespräche zwischen den USA und Russland dominiert, was jeglichen Fortschritt blockiert habe.
Dennoch bleibt für die Ukraine die Möglichkeit eines Sieges, vorausgesetzt, es treten mehrere begünstigende Faktoren ein, die Russland zum Rückzug zwingen. Die Auseinandersetzung mit der russischen Invasion dauert nunmehr fast vier Jahre an, und die Hoffnung auf Frieden bleibt trotz aller Hindernisse bestehen.

