Finanzmärkte unter Druck: Sorgen um Frankreichs Schuldenlast belasten europäische Börsen
Die anhaltenden Bedenken bezüglich der hohen Staatsverschuldung Frankreichs üben vermehrt Druck auf die europäischen Aktienmärkte aus. Am Dienstag stieg die Rendite 30-jähriger französischer Staatsanleihen auf das höchste Niveau seit 2009, was darauf hinweist, dass Investoren zunehmend höhere Risikoprämien für den Erwerb dieser Anleihen verlangen. Solche Entwicklungen an den Kapitalmärkten belasten traditionell auch die Aktienmärkte.
Dies spiegelt sich im Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 wider, der angesichts der finanziellen Risiken der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 1,42 Prozent auf 5.291,04 Punkte zurückging und damit den tiefsten Stand seit fast einem Monat erreichte.
Andrzej Szczepaniak von Nomura erklärte, dass die steigende Verschuldung des französischen Staates zu erhöhter Nervosität an den Finanzmärkten führe. Die Vertrauensfrage, die Premierminister Francois Bayrou im Parlament stellen möchte, habe eine Verkaufswelle bei französischen Staatsanleihen ausgelöst. Szczepaniak warnte, dass mögliche vorgezogene Neuwahlen oder ein - wenn auch unwahrscheinlicher - Rücktritt von Präsident Macron die Risikoprämien weiter in die Höhe treiben könnten.
Auch außerhalb der Eurozone gingen die Aktienindizes zurück. Der Schweizer SMI verlor 0,72 Prozent und lag bei 12.088,36 Punkten, während der britische FTSE 100 um 0,87 Prozent auf 9.116,69 Punkte fiel.

