Federal Reserve signalisiert vorsichtige Zinspolitik trotz Trumps Drängen
Die US-Notenbank Federal Reserve hat beschlossen, den Leitzins unverändert auf dem hohen Niveau von 4,25 bis 4,5 Prozent zu belassen. Trotz der wiederholten Forderungen von Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen bleibt die Zentralbank in ihrer aktuellen Politik beständig. Die Entscheidung, die die Mehrheit der Analysten erwarteten, wurde in Washington verkündet. Mit dem Hinweis auf eine nach wie vor hohe Unsicherheit in der Konjunkturentwicklung, trotz leichter Verbesserungen, hat die Fed dennoch Zinssenkungen für das laufende Jahr in Aussicht gestellt.
Hinter der Entscheidung der Federal Reserve steht ein strategisches Ziel: die Inflationsrate und die Arbeitslosenquote im Zaum zu halten. Seit der Corona-Pandemie sind die Zinsen in den USA angehoben worden, um den Preisdruck zu mindern. Allerdings deutet die Wirtschaftsprognose der Fed auf ein etwas schwächeres Wachstum hin, mit einer Reduktion der Wachstumsprognose von 1,7 Prozent im März auf nunmehr 1,4 Prozent. Zudem erwartet die Zentralbank eine Inflationsrate von drei Prozent, was über den früheren Vorhersagen liegt.
Während die Fed zwei Leitzinssenkungen für dieses Jahr plant, um 2025 einen mittleren Leitzins von 3,9 Prozent zu erreichen, bleibt Präsident Trump ein klarer Befürworter niedrigerer Zinsen. Er argumentiert, dass dies der Wirtschaft zusätzlichen Schwung verleihen würde. Trumps Angriff auf Fed-Chef Jerome Powell, den er kürzlich wenig schmeichelhaft als "Hohlkopf" bezeichnete, unterstreicht den politischen Druck auf die unabhängige Zentralbank.
Jedoch wirkt sich nicht nur der wirtschaftspolitische Kurs des Präsidenten auf die Überlegungen der Fed aus. Die Spannungen zwischen den USA, dem Iran und Israel könnten bei einer Eskalation des Nahostkonflikts erhebliche Auswirkungen auf die Energiepreise und damit auf die amerikanische Wirtschaft haben. Die Fed wägt demnach sorgfältig ab, wann und in welchem Umfang sie handeln sollte, um die Wirtschaft im Balance zu halten, ungeachtet des präsidentiellen Drängens.

