Fed unter Druck: Zinspolitik und Trumps Forderungen im Fokus
Die Federal Reserve, unter Leitung von Jerome Powell, sieht sich in einer anspruchsvollen Lage durch die aggressive Zollpolitik von Präsident Donald Trump. Mit stoischer Ruhe hat die Fed kürzlich entschieden, den Leitzins unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent zu belassen, trotz der lautstarken Forderungen von Trump nach Zinssenkungen. Powell betonte, dass gegenwärtig die Unsicherheiten durch die Zölle der Hauptgrund für das Abwarten seien. Diese Strafmaßnahmen könnten laut Fed-Chef die Inflation erhöhen, das Wirtschaftswachstum dämpfen und die Arbeitslosigkeit ankurbeln.
Während die Notenbank sich auf ihre in März veröffentlichte Prognose von 3,9 Prozent Leitzins für 2025 stützt, deuten Beobachter auf frühestens im Herbst mögliche Anpassungen hin. Experten wie Paul Ashworth von Capital Economics erwarten jedoch, dass die Zinsen das ganze Jahr hindurch stabil bleiben werden. Angesichts der momentanen Wirtschaftsdaten, die einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zeigen, bleibt die Handlungsweise der Fed für Trump ein Dorn im Auge. Der Präsident erhofft sich von niedrigeren Zinsen Wachstumsimpulse für die Wirtschaft und Unterstützung der Aktienmärkte, was die Spannungen zwischen ihm und Powell weiter erhöht.
Trotz der politischen Druckkulisse betont Powell die Unabhängigkeit der Fed und ihre Aufgaben, Preisstabilität und hohe Beschäftigungsraten zu sichern. Analysten wie Elmar Völker von der LBBW warnen, dass eine Nachgiebigkeit der Fed gegenüber politischen Forderungen das Vertrauen der Märkte in die Notenbank untergraben könnte. Während Powell, der 2017 von Trump nominiert wurde, seine Linie verteidigt, erscheinen Aussöhnungssignale zwischen ihm und Trump unwahrscheinlich. Der Republikaner zieht lautstark die Unnachgiebigkeit Powells in Zweifel und attackiert dessen Geldpolitik. Ob Powell eine zweite Amtszeit erhalten wird, bleibt abzuwarten, da Trumps Kritik bleibt.

