Fed-Gouverneur Stephen Miran plädiert für niedrigere Zinsen zur Sicherung der Wirtschaft
In einem jüngsten Auftritt im Economic Club of New York hat der neue Gouverneur der Federal Reserve, Stephen Miran, eine deutliche Absenkung der Leitzinsen gefordert. Er argumentiert, dass das gegenwärtige Zinsniveau, das sich zwischen 4,0% und 4,25% bewegt, zu hoch sei und Risiken für die US-Wirtschaft berge. Miran ist der Ansicht, dass eine Senkung um rund zwei Prozentpunkte angemessen wäre.
Miran, der sich vorübergehend von seiner Rolle als Wirtschaftsberater des Weißen Hauses zurückgezogen hat, um seiner neuen Aufgabe als Fed-Gouverneur nachzugehen, äußerte Bedenken hinsichtlich der aktuellen Geldpolitik, die seiner Meinung nach die Beschäftigung gefährden könnte. Obwohl die Zentralbank kürzlich eine leichte Senkung um einen Viertelprozentpunkt beschlossen hat, plädierte Miran für eine stärkere Reduktion um 50 Basispunkte.
Zusätzlich zu seinen Zinsvorstellungen betonte Miran, dass die amerikanische Einwanderungspolitik in letzter Zeit eine bemerkenswerte Wende genommen habe. Dies führe zu einem Rückgang der Nettozuwanderung, was sich langfristig auf das Wirtschaftswachstum und die Inflationsdynamik auswirken könnte. Er rechnet sogar mit einem Rückgang der Mietinflation, was zur langfristigen Stabilisierung der Verbraucherpreise beitragen könnte.
Der Präsident der St. Louis Fed, Alberto Musalem, äußerte ebenfalls Bedenken, sprach sich jedoch für eine vorsichtigere Herangehensweise aus. Er unterstützt eine moderate Zinssenkung, warnt jedoch vor einer zu expansiven Geldpolitik angesichts der Höhenflüge an den Aktienmärkten und enger Kreditspannen. Musalem sieht derzeit den realpolitischen Zins nahe dem neutralen Bereich und mahnt zur Vorsicht, um die Gefahr einer anhaltend höheren Inflation abzuwenden.
Während Miran den Fokus auf die Gefahren für den Arbeitsmarkt legt, schlägt Musalem eine vorsichtige Balance vor, um sowohl die Risiken einer gesteigerten Inflation als auch Arbeitsmarktschwächen zu managen.

