Fahrraddiebstahl: Nicht alle Schlösser lassen sich leicht knacken

Allein in der Bundeshauptstadt Berlin werden jährlich rund 31.000 Fahrräder gestohlen. Auch in anderen deutschen Großstädten ist die Lage nicht wesentlich entspannter. Selbst in ländlichen Regionen sind zahlreiche Fahrradbesitzer jedes Jahr aufs Neue von Diebstählen betroffen. Der Grund für die zahlreichen Diebstähle sind vor allem die Schlösser.
Fahrradschlösser sind, wie viele Tests und Vergleiche zeigen, in der Regel leicht und schnell zu knacken. In den letzten Jahren haben sich verschiedene Schlösser-Typen durchgesetzt. Nach Angaben des ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs bringen vor allem die einfachen Spiralkabel- und Rahmenschlösser nicht die gewünschte Sicherheit mit und lassen sich relativ schnell von Kriminellen knacken. Anders sieht es bereits bei Bügelschlössern aus. Die U-förmigen Stahlbügel werden hier mit einem Querriegel kombiniert. Die Bedienung ist allerdings ein wenig sperrig, weshalb die Bügelschlösser nur relativ selten Anwendung finden. Einen hundertprozentigen Schutz vor Diebstählen bieten aber auch diese Schlösser nicht. Besonders gefährlich ist für sie das Lockpicking. Die Kriminellen haben es hier gezielt auf das Schloss an sich abgesehen und versuchen dieses mit speziellen Schlüsseln zu knacken.
Ähnlich sicher wie Bügelschlösser sind die Faltschlösser. Ihr Aufbau orientiert sich an dem eines Zollstocks. Sie bieten gleich zwei entscheidende Vorteile: Zum einen können sie platzsparend in der Tasche verstaut werden, zum anderen steht einer raschen Befestigung am Fahrrad nichts im Weg. Aufgrund ihres grundlegenden Aufbaus stellen sie eine Mischung aus Ketten- und Bügelschloss dar.
Extrem robust sind Kettenschlösser, die sich nur mit großem Aufwand knacken lassen. Dabei sind die Fahrradschlösser von den Dieben nicht auf Anhieb als Kettenschloss zu erkennen. Hierfür sind sie mit einer Ummantelung versehen. Dahinter verbergen sich die einzelnen Kettenglieder. Die Kettenglieder sind aus einem extrem robusten Material gefertigt. Allerdings haben sie ein recht hohes Eigengewicht, weshalb sie eben nur sehr schwer für den mobilen Einsatz geeignet sind. Soll aber ein Fahrrad daheim vor einem Diebstahl geschützt werden, bietet sich dieses Modell besonders an.
Ein Schloss, das immer wieder aufgrund seiner Sicherheitsmerkmale empfohlen wird, ist das Panzerschloss. Panzerschlösser sind relativ handlich und können deswegen sowohl daheim als auch unterwegs verwendet werden. Angeboten werden sie in diversen Stärken und Formen, sodass für jeden Bedarf das richtige Schloss dabei ist. Für Familien gibt es größere Panzerschlösser, die aufgrund ihrer Abmessungen zur Sicherung von zwei oder mehreren Fahrrädern verwendet werden können. Die Panzerschlösser sind in ihrer Ausstattung durchdacht. So gibt es gibt hier einen Textilschlauch, der die Ketten einschließt. Er soll vor allem dafür sorgen, dass die Ketten keinerlei Lackschäden verursachen.
Der Spezialstahl eines Panzerschlosses ist besonders beständig und lässt sich nicht ohne weiteres zertrennen. Die Panzerschlösser lassen sich mit Hilfe von Schlüsseln zuverlässig öffnen und schließen. Für den täglichen Gebrauch empfehlen Fahrradvereine die Verwendung eines Schlosses mit der Stärke 8/15.
Es gibt auch deutlich schwerere Schlösser, die ein Gewicht von zwei Kilogramm haben. Diese bieten zwar sehr viel Sicherheit, sind für die Mitnahme in der Tasche aber einfach zu schwer. Bei diesen Schlössern werden meistens mehrere Schlüssel zum Entsperren gebraucht.

