Fachkräftemangel: Deutsche Pharmabranche schlägt Alarm
Die deutsche Pharmabranche sieht sich mit einem gravierenden Fachkräftemangel konfrontiert, der ihre Innovationsfähigkeit bedroht. Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) hat darauf hingewiesen, dass der Bedarf an hoch qualifiziertem Personal derzeit nicht gedeckt werden kann.
Hierbei tragen sowohl ein Rückgang der Studentenzahlen in den essenziellen MINT-Fächern als auch eine alternde Belegschaft zur Verschärfung der Lage bei. Trotz eines steigenden Anteils internationaler Studierender warnt der VFA, dass die Anzahl der Absolventen langfristig nicht ausreicht, um den steigenden Bedarf in forschungsintensiven Sektoren zu decken.
In einer aktuellen Analyse des Verbands, der 46 Branchenvertreter umfasst, wird der dringende Handlungsbedarf betont. Deutschland zählt derzeit knapp drei Millionen Studierende, doch seit 2020 ist ein Abwärtstrend erkennbar.
Dazu kommt, dass viele erfahrene Fachkräfte altersbedingt den Beruf verlassen. Schätzungen zufolge könnten im produzierenden Gewerbe, in den nächsten zehn Jahren, etwa 280.000 Akademiker in den Ruhestand gehen.
Besonders stark betroffen ist die Pharmaindustrie, die mit 34,5 Prozent einen der höchsten Anteile an Akademikern innerhalb der deutschen Industrie verzeichnet. In der Elektroindustrie und im Fahrzeugbau sind die Anteile ähnlich hoch, wenngleich leicht geringer.
Außerhalb der Industrie, vor allem bei IT-Dienstleistungen, liegt der Akademikeranteil bei etwa 49 Prozent. VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen warnt vor einem dauerhaften Nachwuchsmangel, der ohne tiefgreifende Reformen dazu führen könnte, dass Deutschland im globalen Wettbewerb um Talente zurückfällt.
Benötigt werde eine umfassende Fachkräftestrategie, die Anreize für MINT-Studiengänge schafft und gezielte Zuwanderung fördert. Michelsen fordert zudem den Abbau bürokratischer Hürden und eine Erleichterung des Verbleibs internationaler Studierender.

