Europäische Fluggesellschaften verabschieden sich von irreführenden Nachhaltigkeitsversprechen
In einem bemerkenswerten Schritt für Transparenz und Verbraucherschutz haben sich zahlreiche europäische Fluggesellschaften, darunter renommierte Namen wie Lufthansa, Eurowings und Ryanair, dazu verpflichtet, von irreführenden Behauptungen zur Umweltfreundlichkeit von Flügen Abstand zu nehmen. Diese Entscheidung geht auf eine Mitteilung der EU-Kommission zurück, in der klargestellt wird, dass Airlines künftig darauf verzichten, die Illusion zu erwecken, dass Flugemissionen durch Verbraucherbeiträge an Klimaschutzprojekte oder durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe ausgeglichen oder neutralisiert werden könnten.
Die Nutzung des Begriffs „nachhaltiger Flugkraftstoff“ wird ebenso einer genaueren Prüfung unterzogen. Airlines sollen darauf achten, nicht in unkonkretes „grünes“ Wording zu verfallen und sicherstellen, dass jede Erwähnung durch detaillierte Informationen begleitet wird.
Flugreisen belasten die Umwelt erheblich durch Treibhausgase und weitere Emissionen. Oft bieten Airlines ihren Kunden die Möglichkeit, über finanzielle Beiträge an Klimaschutzprojekte, beispielsweise zur Aufforstung, eine vermeintliche Kompensation zu leisten. Dieses Vorgehen, manchmal als „Ablasshandel“ kritisiert, stellt allerdings keine echte Kompensation dar, da es nicht den spezifischen CO2-Ausstoß des Kundenflugs neutralisiert, sondern allgemein den Klimaschutz unterstützt. Diese Praxis vermittelt den irreführenden Eindruck eines klimaneutralen Flugerlebnisses.
Der europäische Verbraucherschutzdachverband Beuc begrüßte diese Entwicklung ausdrücklich. Agustín Reyna, der Generaldirektor, äußerte sich erfreut: „Es war höchste Zeit, dass die Airlines aufhören, das Fliegen als eine umweltfreundliche Wahl darzustellen. Die Zahlung für „grüne Tarife“ zur Förderung von Aufforstungsprojekten garantiert nicht, dass Emissionen effektiv aus der Atmosphäre entfernt werden. Ein solches profitorientiertes Geschäftsmodell kommt weder den Verbrauchern noch der Umwelt zugute.“

